Frauenschuhe stehen im Lechtal in wunderbarer Blüte

Wegen der kalten Temperaturen im Mai dauert die Frauenschuhblüte heuer länger. Wer das Naturschau- spiel im Lechtal noch sehen möchte, muss sich sputen.

Die rotbraunen „Regenschirme“ der Frauenschuhe sind aufgeklappt. Bei Niederschlag werden sie über die gelben Schuhe abgesenkt.
© Mittermayr Helmut

Von Helmut Mittermayr

Martinau –Während der Floreszenz des Frauenschuhvorkommens von Martinau können an einem einzigen Pfingstwochenende schon einmal 10.000 Besucher durch die Lechauen streifen. Im heurigen Jahr ist die prächtigste wildwachsende Orchideenart Europas jedoch fast ausschließlich Einheimischen vorbehalten. Vergleichsweise wenige sind auf den vorgegebenen Pfaden im trockenen Kiefernauwald am Lech unterwegs, um die Pracht zu genießen und das Farbenspiel mit Kameras festzuhalten.

Die Grenze ist noch geschlossen und bis die deutschen Nachbarn am 15. Juni wieder ins Land dürfen, sollte die Blütenpracht in Europas größtem zusammenhängenden Frauenschuhgebiet vorüber sein – auch wenn das Schauspiel wegen der aktuell kalten Witterung länger als üblich zu sehen sein dürfte.

In der Blütezeit stehen – alle Jahre wieder – die Bergwächter von Elmen/Pfafflar im freiwilligen Dauereinsatz. Es gilt ein Auge auf die gelbe Pracht zu haben, deren größter Feind der Mensch sein kann. Unabsichtlich durch Zertrampeln der Triebe beim Fotografieren und Verdichten des Bodens oder gleich vorsätzlich mit Schaufeln im Rucksack, um die seltenen Orchideen auszugraben. Und gleichzeitig sind die Bergwächter auch noch ausgewiesene Blumenspezialisten.

Der Besucher wird über weitere Orchideenvorkommen, Beschattung, Bestäubung, Pilze im Boden und vieles mehr informiert. Etwa auch darüber, dass die Frauenschuhe das große Deckblatt als Regenschirm verwenden. Bei Niederschlag wird es über die Öffnung des Schuhs abgesenkt, um zu verhindern, dass er mit Wasser vollläuft.

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