Antisemitische Äußerungen: Neue Vorwürfe gegen Strache

Wenige Tage vor Beginn des Ibiza-Untersuchungsausschusses ist der frühere FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache mit neuen Vorwürfen konfrontiert.

Heinz-Christian Strache: Gesetz gegen Spende?
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Wien –Wenige Tage vor Beginn des Ibiza-Untersuchungsausschusses ist der frühere FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache mit neuen Vorwürfen konfrontiert. Die Korruptionsstaatsanwaltschaft prüft einen Bestechungsverdacht im Zusammenhang mit der Aufnahme einer Wiener Privatklinik in den Privatkrankenanstalten-Finanzierungsfonds. Der Betreiber spendete der FPÖ 10.000 Euro und könnte Strache Flüge bezahlt haben – Letzteres dementierten beide.

Die Süddeutsche Zeitung berichtet auch von einer antisemitischen Widmung, die Strache 1992 handschriftlich verfasst haben soll. Die Zeitung beruft sich auf ein Gutachten. Strache dementiert.

Strache hat offenbar Anfang der 1990-er Jahre antisemitische Äußerungen handschriftlich in ein Buch geschrieben. Dabei habe er Juden als "Gegner" und "machtlüstern" bezeichnet, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" am Sonntag. Strache teilte der Zeitung über seinen Anwalt mit, er könne sich weder an das Buch noch an eine solche Widmung erinnern.

"Mit Wahrscheinlichkeit von 99,99 Prozent von Strache,"

Er würde sich aber "ohne Einschränkungen von dessen Aussagen distanzieren", wenn das Buch den von der SZ "skizzierten judenfeindlichen Gehalt aufweist", teilte Strache mit. Judenfeindlichkeit lehne er "aus tiefer Überzeugung" ab, so der nunmehrige Obmann des Team Strache (TS). Bisher hatte der frühere FPÖ-Obmann stets behauptet, sich "nie" antisemitisch geäußert zu haben.

Die Widmung stamme mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,99 Prozent von Strache, zitierte die "SZ" indes aus einem von der Zeitung beauftragten Gutachten eines Sachverständigen für Handschriften. Auch zwei Sinnsprüche auf der Innenseite des Buchumschlags habe Strache in das Buch geschrieben. Es handle sich um ein Zitat des antisemitischen deutschen Historikers und Dichters Ernst Moritz Arndt sowie ein militärisch-martialisches Gedicht des 1973 verstorbenen österreichischen Nationalsozialisten Joseph Hieß.

Das Buch sei ein Werk für fanatische Antisemiten, sagte Wolfgang Benz, der frühere Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung in Berlin, gegenüber der "SZ". Strache soll die Hetzschrift für einen Weggefährten aus rechtsextremen Kreisen signiert haben, so habe es jedenfalls ein Informant, der anonym bleiben wollte, der Zeitung eidesstattlich versichert. (TT.com)


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