Heute fällt die Entscheidung: Hoffnung auf ein Ende der Reisebeschränkungen

Italien öffnet seine Grenzen heute. Ab 15. Juni könnte Österreich folgen. Für Landeshauptmann Günther Platter muss „Gesundheit an erster Stelle“ stehen.

Heute könnte sich entscheiden, ob die Grenzkontrollen am Brenner bereits am 15. Juni enden.
© Thomas Böhm

Von Marco Witting

Innsbruck — Die EU — sie drohte in der Corona-Krise zur Gemeinschaft mit beschränkter Öffnung zu verkommen. Nun kommt immer mehr Bewegung in die Reisefreiheit. Ab heute können Ausländer wieder nach Italien einreisen, ohne dass sie sich dort wie bisher einer zweiwöchigen Quarantäne unterziehen müssen. Damit erhofft sich Italien einen Neustart des Fremdenverkehrs.

Bei der Rückkehr nach Österreich müssten Tiroler vorerst aber sehr wohl wieder in zweiwöchige Quarantäne. Im Außenministerium tagt man heute zur Öffnung der Grenzen nach Italien — die scheint mittlerweile für den 15. Juni möglich. Dann gehen auch die Grenzen zu Deutschland und der Schweiz auf. Die Einreisebeschränkungen zu Tschechien, der Slowakei und Ungarn dürften ebenfalls Mitte Juni fallen.

Bundeskanzler Sebastian Kurz soll die Grenzöffnung in den Raum gestellt haben — sobald die epidemiologische Situation dies zulässt. Der Sprecher des Außenministeriums in Wien, Peter Guschelbauer, konnte der APA auf Anfrage die Grenzöffnung zu Italien ab Mitte des Monats zumindest „noch nicht bestätigen".

" Wichtig ist nach wie vor, „dass die Gesundheit an erster Stelle steht"

Auf TT-Anfrage bekräftigt Landeshauptmann Günther Platter (VP) den letztwöchigen Beschluss der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino: „Als Präsident der Europaregion gehe ich davon aus, dass die Grenzen am Brenner, in Sillian und in Nauders spätestens am 15. Juni geöffnet werden." Wichtig sei nach wie vor, „dass die Gesundheit an erster Stelle steht". Platter weiter: „Eine Öffnung der Grenze am Brenner muss nicht bedeuten, dass automatisch Reisefreiheit für ganz Italien gelten muss. Es gilt zu jedem Zeitpunkt die epidemiologische Entwicklung — insbesondere in der Lombardei — zu beurteilen und die Reisefreiheit entsprechend zu gestalten."

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Einiger Optimismus herrscht nach den Gerüchten jedenfalls in Südtirol. Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) und SVP-Obmann Philipp Achammer sahen in den jüngsten Aussagen von Bundeskanzler Kurz „ein wichtiges Signal für einen weiteren Schritt in Richtung Rückkehr zur Normalität".

"Wichtige Tage zur Koordinierung der Grenzöffnungen"

Die Frage der Grenzöffnungen im Rahmen der EU soll am Freitag bei einer Videokonferenz der EU-Innenminister besprochen werden. „Wir haben wichtige Tage zur Koordinierung der Grenzöffnungen vor uns", twitterte EU-Innenkommissarin Ylva Johansson. Vorsicht und koordiniertes Vorgehen seien wichtig, damit es zu einer geregelten Grenzöffnung komme.

Die Schweiz hält unterdessen wie angekündigt die geltenden Corona-Einreisebeschränkungen an der Grenze zu Italien bis auf Weiteres aufrecht. Die Schweizer Regierung will die Öffnung der Grenze mit den anderen Nachbarländern Italiens koordinieren-

Ansturm der Ausflügler

Achensee statt Gardasee. Wer am Pfingstmontag in Tirol an einigen klassischen Ausflugszielen unterwegs war, konnte vor allem eines feststellen: Man war nicht alleine. Viel los war an den Seen und bei vielen Bergbahnen, auch in den Cafés und vor den Eisdielen. Während hier die Geschäfte gut liefen, herrschte in den Hotels oft gähnende Leere und wenig Betrieb.

Gleich hinter der Tiroler Grenze, im Allgäu, gab es laut dem Bayerischen Rundfunk dagegen einen echten „Ausnahmezustand“ durch Ausflügler. Zwar beklagten Hoteliers auch hier zum Teil eine nur 30-prozentige Auslastung – Gastronomen, Bergbahn- und Parkplatzbetreiber aber waren zufrieden. „Das komplette Allgäu ist voll, übervoll, von Füssen bis Lindau“, zitierte der BR einen Polizeisprecher. Das führte auch zu etlichen Schwierigkeiten – von kilometerlangen Staus und Wildparkern bis hin zu unerlaubtem Campieren. Auch an der Grenze zu Tirol war der Verkehr zu Pfingsten deutlich stärker als noch zu Ostern.


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