Tirolerin verurteilt: Doppelte Strafe für Führerscheinkauf im Internet

Eine Tirolerin bestellte sich einen "Führerschein ohne Prüfung" im Internet und fiel auf Betrüger herein. Zudem kam es zu einem Strafverfahren wegen versuchter Bestimmung zur Fälschung besonders geschützter Urkunden.

Symbolfoto.
© Zolnierek

Innsbruck – Letzten Herbst ging das Leben in Tirol – vermeintlich – noch seinen gewohnten Gang. So kaufte sich ein in der Freizeitwirtschaft beschäftigtes Pärchen ein fesches SUV für knapp 40.000 Euro. Schönheitsfehler für die Frau: Sie hatte nie einen Führerschein gemacht. Das neue Auto wollte die Mittvierzigerin aber auch selbst bewegen.

Eine Internetseite namens „Führerschein ohne Prüfung“ sollte die Lösung sein. Darauf stellte die Frau unerschrocken über Internet und Nachrichtendienst Kontakte her, um zur rosa Karte zu kommen.

Nach dem SUV-Kauf schreckte die Interessierte der „Kaufpreis“ für den Führerschein auch nicht mehr ab: 1500 Euro sollte die gefälschte Urkunde kosten, 750 davon gleich im Voraus anzuweisen.

Auch Liebe zum Auto macht offenbar blind. Und so überwies die Tirolerin das Geld und war prompt auf Web-Betrüger hereingefallen. Geliefert wurde die Karte nie. Dafür war es aber zu einem Strafverfahren wegen versuchter Bestimmung zur Fälschung besonders geschützter Urkunden gekommen.

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Gestern am Landesgericht konnte die Angeklagte ihre „Dummheit und Blödheit“ selbst gar nicht mehr fassen. Vor Jahren hätte sie den Führerschein schon einmal machen wollen und dann doch abgebrochen.

Auch wenn die Staatsanwaltschaft aus generalpräventiven Gründen murrte: Richterin Andrea Wegscheider beließ es für die Geständige bei einer Diversion über 300 Euro. Schließlich war die Angeklagte eh schon doppelt gestraft. Nunmehr hat sie den Führerschein übrigens gemacht – ganz offiziell. (fell)


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