Junge Stars der Zillertaler Gemeinden fördern

Mit dem Projekt „YoungStar“ wird im Zillertal für Jugendliche eine aktive und sinnvolle Freizeitbeschäftigung geschaffen. Sie helfen Jüngeren beim Lernen, Nachbarn im Garten oder Senioren mit dem Handy.

Das Projekt „YoungStar“ startet nun im Zillertal. Dabei helfen sich die jungen Gemeindebürger gegenseitig beim Lernen.
© iStockphoto

Von Eva-Maria Fankhauser

Schwendau, Hippach, Ramsau, Hainzenberg – Nachhilfe zählt nicht gerade zu den Lieblingsbeschäftigungen von Kindern. Doch das könnte sich durch das Projekt „YoungStar“ der GemNova bald ändern. Dabei helfen Jugendliche ab 13 Jahren den Volksschülern beim Lernen auf Schularbeiten und Tests, Lesen von Büchern oder Abfragen von Vokabeln. Auch das Vorbereiten von Referaten oder das Gestalten von Plakaten kann gemeinsam erledigt werden.

Unter dem Motto „Lernfreude“ können Jugendliche ihre Kompetenzen weitergeben. „Und es macht natürlich viel mehr Gaudi, mit fast Gleichaltrigen zu lernen. Da ist die Motivation auch ganz anders“, sagt Projektleiterin Christiane Mayer von der GemNova. Sie hat ein ähnliches Konzept in Wörgl etabliert und bringt viel Erfahrung mit.

„Ganz wichtig ist natürlich das Belohnungssystem“, erklärt der Schwendauer Bürgermeister Franz Hauser. Denn die Jugendlichen erhalten pro Lerneinheit einen so genannten „Ziller-Taler“. Diese Münze ist drei Euro wert und kann in fünf Geschäften der Region verwendet werden. „Sie können sich z. B. eine Jause im Lebensmittelgeschäft kaufen, im Jugendzentrum einlösen oder Schulsachen besorgen“, sagt Hauser. Mitmachen können alle Schüler der Gemeinden Schwendau, Hippach, Ramsau und Hainzenberg. „Das Lernen findet aber nicht in der Schule statt, sondern in unserem Haus der Gemeinden. Das soll gerade in den Ferien eine Unterstützung für die Kinder sein“, sagt der Hippacher Ortschef Gerhard Hundsbichler.

Zweimal pro Woche kann nachmittags im Gemeindehaus gemeinsam gelernt werden. „Die Termine können die Kinder oder Eltern bei mir in der Bibliothek vereinbaren“, sagt Marion Kogler. Die Bibliothekarin betreut das Projekt vor Ort und vernetzt die Schüler. Die ersten Lernstunden werden von den Gemeinden gesponsert. Für die weiteren Einheiten können die Eltern die Ziller-Taler in der Bibliothek kaufen. „Die Hilfe der Jugendlichen soll ja auch einen Wert haben“, sagt Mayer.

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Neben der „Lernfreude“ will man für die Jugendlichen aber noch mehr bieten. „YoungStar“ soll Menschen verbinden und den Jugendlichen eine aktive und sinnvolle Freizeitbeschäftigung liefern. „Das geht von der Nachbarschaftshilfe, wo man bei der Gartenarbeit oder der Betreuung von Haustieren hilft, bis hin zur Unterstützung älterer Menschen durch die Computeria oder Einbinden bei Veranstaltungen“, sagt Niki Kraak, GemNova-Prokurist. Auch eine Sommer-Jobbörse ist angedacht. Dabei erhalten Jugendliche die Chance, in soziale Einrichtungen hineinzuschnuppern.

Laut Mayr haben auch schon die Gemeinden Mayrhofen und Münster Interesse am Projekt gezeigt.


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