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Ärztemangel in Tirol: Landeck ist „Hotspot“

Mediziner mit Kassenvertrag fehlen an allen Ecken und Enden. Ärztekammerdirektor sieht derzeit keine Entschärfung der Situation.

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„Für die Besetzung der Ärztestellen ist die Stadt nicht zuständig. Aber wir tun alles, was wir tun können", sagt Vizebürgermeister Thomas Hittler.
© Wenzel

Landeck – Seit gestern Freitag stehen abermals Hunderte Landecker Patienten auf der Straße. Stefan Tiefenbrunn, Kassenarzt für Allgemeinmedizin, hat sich in den Ruhestand verabschiedet. „Es gibt keinen Nachfolger, der meine Ordination im Ärztehaus übernimmt“, bedauerte er.

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Sein Kollege Martin Kössler, praktischer Arzt im Stadtteil Perjen, hatte seine Praxis vor wenigen Monaten zugesperrt. Eine Neubesetzung der beiden Stellen ist bisher nicht gelungen, wie Tirols Ärztekammerdirektor Günter Atzl am Freitag bestätigte. „In Landeck haben wir derzeit eine Konzentration an Unterversorgung mit Allgemeinmedizinern“, sagte Atzl. Nur in Kufstein sei die Lage ähnlich prekär wie in Landeck.

Auch hat die Kammer zwei Facharztstellen (Augenarzt und Internist) mehrfach ausgeschrieben – bisher ohne Erfolg. Dazu kommt, dass der Kassenvertrag des Allgemeinmediziners und Unfallchirurgen Peter Gamper in Landeck-Bruggen mit 30. Juni ausläuft. Der Wahlarzt Gamper war zu Beginn der Corona-Krise für ÖGK-Versicherte in die Bresche gesprungen. Eine Entschärfung der angespannten Situation sieht der Kammeramtsdirektor nicht.

Fazit: Ab 1. Juli stehen den Patienten der Bezirksstadt (7700 Einwohner) nur noch zwei Praktiker mit Kassenvertrag zur Verfügung. Einer davon, Wolfgang Dapunt, hatte im Jänner erklärt, er werde seinen Vertrag kündigen und als Wahlarzt tätig sein, wenn die Ordination seines Kollegen Tiefenbrunn verwaist bleibt. Gestern war Dapunt für die TT nicht erreichbar.

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Der interimistische Stadtchef, VBM Thomas Hittler, war in die Aktivitäten seines Vorgängers Wolfgang Jörg eingebunden, wenn es um Möglichkeiten ging, den Notstand abzubauen. Gestern stellte er klar: „Für Nachbesetzungen ist die Stadt nicht zuständig. Trotzdem unterstützen wir alle Aktivitäten bestmöglich, damit junge Ärzte ihre Zelte bei uns aufschlagen.“ (hwe)


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