Bankomat in Vomp gesprengt: Viereinhalb Jahre Haft für Italiener

Da half kein Leugnen und auch kein konstruiertes Alibi: Ein Italiener wurde der Mittäterschaft an der Vomper Bankomatsprengung überführt.

Im August war ein Bankomat beim Vomper Fachmarktzentrum frühmorgens mit einem massiven Sprengsatz geöffnet worden.
© ZOOM.TIROL

Von Reinhard Fellner

Innsbruck, Vomp – Um 3.39 Uhr war es in Vomp zu einer heftigen Detonation gekommen. Ein Bankomat war professionell per Fernzündung aufgesprengt worden. Doch während die Bevölkerung zu dieser Uhrzeit noch schlief, agierte die Polizei schon hellwach und errichtete im Rahmen der Alarmfahndung Straßensperren. Letztlich mit Erfolg: Um 4.29 Uhr wurde so nämlich in Patsch ein ­Audi aus Italien kontrolliert und wurden die Namen der unauffällig wirkenden Insassen festgehalten. Neben einem bis heute flüchtigen Rumänen aus Venezien und einem am Freitag am Landesgericht angeklagten Italiener befand sich wohl auch der Tresorinhalt gerade in diesem Auto.

Aufgrund von Zeugenaussagen war das Duo dann doch wieder ins Visier der Exekutive gerückt. Hatte doch eine Polizistin, die privat gerade beim Einkaufen war, die beiden Gestalten schon Tage zuvor in Vomp bemerkt – und an zwei etwas korpulente Zwillinge gedacht. Auch eine Verkäuferin erinnerte sich an die Männer mit Bauchtaschen, die in der Gegend um den Bankomaten herumgeschlichen waren.

Im November klickten für den Italiener dann die Handschellen, während sein Komplize bis heute im Verdacht steht, auch für Bankomat-Sprengungen in Nußdorf-Debant und zeitgleich auch in Hopfgarten verantwortlich zu sein.

Vor zwei Wochen leugnete der 48-jährige Barbetreiber bis zuletzt jede Tatbeteiligung. Und erzählte Richterin Verena Offer allerlei Geschichten über Freundschaftsdienste. So sei er zur Tatzeit nur nach Tirol gekommen, da sein Freund eine Autopanne gehabt habe.

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Je fünf Stunden Autofahrt konnte der wegen schweren Einbruchsdiebstahls und Geldwäsche angeklagte Italiener trotzdem nicht schlüssig erklären. Dazu bot er zum Prozessauftakt aber die GPS-Daten seines Autos an, um zu beweisen, dass er Tage vor der Sprengung nicht beim Auskundschaften in Vomp, sondern in Italien gewesen sei. Das war das Auto des Italieners tatsächlich auch. Die Daten offenbarten aber ebenso, dass der Angeklagte mit seinem Auto in der Tatnacht gerade 600 Meter oder neun Gehminuten von der Sprengung entfernt war. Gehört wollte er trotzdem nichts haben. Zwei Halte in Treviso blieben ebenso fragwürdig. „Ja, wer wohnt denn da?“, fragte Richterin Offer. Und gab selbst die Antwort: „Der Rumäne!“

So verhängte der Schöffensenat letztlich nicht rechtskräftig viereinhalb Jahre Haft. 52.000 Euro Beute gehen an die Republik zurück.

📽 Video | Bankomatsprengung: Italiener verurteilt


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