Bürgerinitiative Feldringer Böden mahnt Gletscherschutz ein

Mötz – „Während die Touristiker eine Neuausrichtung im Tiroler Tourismus ankündigen, werden schon weitere Seilbahnprojekte für dieses und die kommenden Jahre in Angriff genommen“, stellt Gerd Estermann als Sprecher der Bürgerinitiative Feldringer Böden fest. Nach dem Kampf gegen den Zusammenschluss der Skigebiete Hochoetz und Kühtai über die Feldringer Böden wandte sich seine Gruppierung mit einer Online-Petition, die mittlerweile bereits 160.000 Unterschriften zählt, gegen den Zusammenschluss der beiden Gletscherskigebiete Pitztal und Ötztal. Nun zeigt Estermann am Beispiel eines geplanten Speicherteichs am Stubaier Gletscher auf, dass es erneut um Vorhaben im ewigen Eis geht.

Dieser Speicherteich soll ein Fassungsvermögen von rund 390.000 Kubikmetern haben. Dafür werde eine Fläche von 7,38 Hektar benötigt, 20.000 Kubikmeter Material müssen bewegt werden. Dieses soll dann auf die Pisten eingebracht werden. Estermann beklagt, dass es für derartige Eingriffe keine Umweltverträglichkeitsprüfung braucht. Er betont auch, dass Umweltministerin Leonore Gewessler Mängel im UVP-Gesetz orte, das auch Juristen als seilbahnerfreundlich klassifizieren würden, erklärt der BI-Sprecher in einer Aussendung. Auf Tiroler Ebene kritisiert er in diesem Zusammenhang die einstige Aufweichung des Gletscherschutzes für den geplanten Zusammenschluss Pitztal-Ötztal. Auch beim Kraftwerksbau werde in Tirol mit dem Argument des öffentlichen Interesses zugunsten der Kraftwerksbauer entschieden.

Dagegen hält er aktuelle Umfragen einer MCI-Studie zur Tourismusgesinnung in Tirol. Demnach schätzen 98 % der 1500 Befragten die Bedeutung des Tourismus als hoch ein. Gleichzeitig sind 92 % der Meinung, dass das Maximum an Touristen erreicht oder überschritten ist. „Die Politik ist gut beraten, auf die Stimmung in der Bevölkerung zu achten“, so Estermann. (TT)

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