Osttiroler Kindergarten nach positivem Test gesperrt

In einem Kindergarten in Osttirol wurde ein Kind positiv aufs Coronavirus getestet. 43 Kinder, fünf Pädagoginnen und alle Angehörigen werden derzeit untersucht. Es dürfte sich um eine Frischinfektion handeln.

Symbolfoto.
© Hauke-Christian Dittrich

Von Christoph Blassnig

Oberlienz – Ein sechsjähriges Kind in Oberlienz ist am Coronavirus erkrankt. Nach Erkältungssymptomen wie Husten und Schnupfen war vorsorglich ein Abstrich gemacht worden. Sofort nach der Meldung der Diagnose an die Behörde Dienstagfrüh hat die Lienzer Bezirkshauptfrau Olga Reisner den Kindergarten der Gemeinde sperren lassen. Alle 43 Kinder wurden inzwischen auf das Virus getestet, ebenso die fünf Pädagoginnen, die Familienangehörigen und alle Personen, mit denen die Betroffenen länger als 15 Minuten in Kontakt gestanden sind. Die Ermittlungen laufen. Alle Testergebnisse sollen noch im Laufe des heutigen Tages vorliegen.

Olga Reisner (Bezirkshauptfrau): „Wir haben die vielen Tests angeordnet, weil mehrere Kinder Symptome einer Erkältung aufweisen.“
© Christoph Blassnig

„Wir halten den Kindergarten im Einvernehmen mit dem Bürgermeister jedenfalls bis 3. Juli geschlossen“, erklärt Reisner. Diese präventive Maßnahme bleibe auch aufrecht, wenn keinerlei weiteren Infektionen festgestellt werden. „Wir haben alle Eltern kontaktiert und die vielen Tests angeordnet, weil gestern mehrere Kinder in unterschiedlichen Gruppen des Kindergartens Symptome einer Verkühlung aufgewiesen haben“, erläutert die Bezirkshauptfrau die Vorgangsweise.

Eigentlich wird der neu errichtete Oberlienzer Kindergarten sehr offen geführt. Erst die Corona-Vorgaben machten eine strenge Aufteilung der Kinder in einzelne Gruppen notwendig. Diese Tatsache dürfte nun das Ansteckungsrisiko deutlich gesenkt haben, auch wenn manche Eltern inzwischen bereits eine Rückkehr zum gewohnt offenen Betrieb gewünscht hatten.

Der Außervillgrater Virologe Gernot Walder, dessen Labor die Untersuchungen vornimmt, glaubt derzeit nicht an einen größeren Ausbruch. Das erkrankte Kind sei jedenfalls kein „Superspreader“, also hoch ansteckend. Das würden die ersten Ergebnisse bereits offenlegen. „Es handelt sich vermutlich um eine Frischinfektion“, sagt Walder. „Wir stehen am Anfang der Ermittlungen und können zur Herkunft noch nichts sagen.“

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaper

Kommentieren


Schlagworte