Positive Bilanz: Nur drei Corona-Fälle in den 57 Tiroler Asylheimen

Die Tiroler Soziallandesrätin Gabriele Fischer (Grüne) zieht eine positive Bilanz. Das Corona-Maßnahmenpaket habe im Asylwesen gewirkt.

Die Angst vor dem Virus war groß, nachdem in Deutschland und Wien sehr viele Fälle aufgetreten waren.
© iStock Editorial

Innsbruck – Die Corona-Krise haben rund 1800 Asylwerber in Tirol durchlebt. Anders als in Wien oder Deutschland gab es in den 57 Unterkünften in Tirol kaum Fälle. Drei Asylwerber wurden positiv getestet, insgesamt wurden 140 Corona-Tests durchgeführt. „Wir können sagen, dass unser Maßnahmenpaket funktioniert hat. Die drei positiven Fälle hatten keine weitere Ansteckung zur Folge“, sagt Johann Aigner, Geschäftsführer der Tiroler Sozialen Dienste GmbH, kurz TSD.

Die Zahl der Asylwerber ist derzeit weitaus geringer als nach der Flüchtlingskrise 2015. Damals waren rund 6800 Asylwerber in Tirol untergebracht. Die Herkunftsländer der Hilfesuchenden sind nach wie vor Afghanistan, Irak, Syrien, Iran und Somalia. „In den unterschiedlichen Sprachen wurden die wichtigsten Maßnahmen zu Hygiene und Abstandsregeln verständlich erläutert“, sagt Aigner. Dadurch sei ein sicheres Umfeld in größeren Unterkünften und den klein-strukturierten Heimen geschaffen worden, meint auch Soziallandesrätin Gabriele Fischer von den Grünen. Mitarbeiter und Klienten hätten gewusst, welche Schritte es brauche, um die Ausbreitung des Virus in den Heimen zu verhindern, meint Fischer.

Gabriele Fischer, Grüne (Soziallandesrätin): „Wir haben sowohl in den kleinen Unterkünften als auch in größeren Heimen umfassend informiert.“
© Foto Rudy De Moor / Tiroler Tage

In Wien, Oberösterreich und im Burgenland gab es Corona-Fälle in Asylheimen. In Eisenstadt wurde im Mai ein Asylwerber in einem Heim mit 120 Bewohnern positiv getestet und isoliert. Am meisten Schlagzeilen gab es in Wien, als Mitte Mai 300 Asylwerber zur Quarantäne in die Messe Wien gebracht wurden. In Wien wird im Herbst gewählt. Schlimm verlief die Seuche in deutschen Asylwerberheimen. Die Zahl der Infizierten stieg rasant an, Todesopfer waren zu beklagen. Bekannt wurden unzählige Fälle im gesamten Bundesgebiet.

In Tirol kann Fischer schwer sagen, wie sich die Zahl der Asylwerber entwickeln wird. „Auch wenn die Zahl der Asylanträge in Österreich zurückgegangen ist, sind derzeit 80 Millionen Menschen auf der Flucht.“ (aheu)


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