Unterberger-Gruppe steht unter Strom

Nach einem Rekord fährt Unterberger heuer „auf Sicht“– und forciert den eigenen Elektro- und Hybrid-Kurs.

„Benzinbrüder“ als Elektropioniere (von links): Dieter, Gerald und Fritz jun. Unterberger mit dem vollelektrischen Jaguar I-Pace.
© Schlossmarketing/Pertl

Innsbruck – Im Vorjahr setzt­e die 1976 von Fritz und Helg­a Unterberger in Kufstein gegründet­e Gruppe (mit den Bereichen Auto, Immobilien und Beteiligungen) 359,7 Mio. Euro Umsatz um. Mit 333,6 Mio. Euro fuhr die Automobil-­Sparte mit ihren mittlerweile bereits 17 Standorten in Westösterreich und Südbayern einen neuen Höchstwert ein. Insgesamt wurden über 9200 Autos (davon 4576 Neuwagen und 4676 Gebrauchte) verkauft. Unterberger ist einer der größten BMW- und Mini-Händler Öster­reichs und über vier Mehrmarken-Autohäuse­r auch Vertragshändler für Hyunda­i, Mitsubish­i, Jaguar, Land Rove­r und Volvo.

In der schwierigen Zeit des Corona-Lockdowns, als die Branche von März bis Anfang Mai praktisch komplett stillstand, hat Unterberger mit Kurzarbeit, aber ohne Kündigungen bei den 735 Beschäftigten gemeistert. Die Nachfrage sei wieder angesprungen, wegen der vielen Fragezeichen seien Prognosen heuer aber vorerst noch unmöglich. „Wir fahren auf Sicht“, sagen die drei Brüder Dieter, Gerald und Fritz. jun. Unterberger.

Die drei bezeichnen sich selbst zwar selbst als „Benzinbrüder“, man sei aber auch „Elektropionier“ und forciere mit einer umfassenden Strategie alternative Antriebe. Bereits 2009 habe man den norwegischen Think als erstes Elektroauto nach Tirol geholt, 2011 sei der Mitsubishi iMiev gefolgt und dann 2013 als „Quantensprung“ der BMW i3. Bis heute habe man 800 Elektro- und 500 Plug-in-Hybridfahrzeuge verkauft, so die Unterberger-Brüder. Über alle vertriebenen Marken habe man bereits jetzt ein Angebot von 30 verschiedenen Elektro- und Hybrid-Fahrzeugen. Das werde dank Abgasvorschriften für die Hersteller und verschiedener Förderungen wohl noch kräftig zunehmen. Auch Wasserstoff-Antriebe würden bald ein größeres Thema. Bereits 40 Prozent aller Mechaniker seien auch auf Elektroautos geschult, in allen 17 Standorten habe man „Elektrobotschafter“ im Einsatz. (va)


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