Neues Prüfgerät sorgt für weniger Luft im Getriebe

Das „Smart Bubble System“ hilft Autobauern, Getriebe leichter und sicherer zu dimensionieren. Entwickelt wurde es am Campus Lienz.

Präsentieren den Prüfstand des „Smart Bubble System“: Projektpartner Markus Piffer (Firma Autforce), Fadi Dohnal (UMIT/Campus Lienz), Arik Gander (Firma testtec), Martin Brunner (UMIT/Campus Lienz), Manuel Pölt (Firma testtec), Michael Bader (TZU Unterweger) und Karl Unterweger (Firma testtec, von links).
© Brunner Images

Von Catharina Oblasser

Lienz – In der Autoindustrie gibt es eine Unzahl von Einzelteilen, die allesamt optimal entworfen und konstruiert sein müssen, damit das Fahrzeug störungsfrei läuft und möglichst wenige Schadstoffe an die Umwelt abgibt. Eine minimale Änderung an einer kleinen Komponente kann große Auswirkungen haben – im Negativen wie im Positiven.

Positiv ist die Neuerung durch ein Projekt, an dem mehrere Firmen und Institutionen beteiligt sind: Das sind die UMIT mit ihrem Standort am Mechatronik Campus Lienz, die Osttiroler Firmen testtec und Autforce sowie die Hochschule Aalen (Deutschland) und die imc Test & Measurement GmbH aus Berlin.

Gemeinsam wurde ein Prüfstand entwickelt, der sich mit dem Problem von Luftblasen im Getriebeöl beschäftigt. Der Name: „Smart Bubble Systems“. Das Ziel: leichtere und effizientere Getriebeöl-Pumpen. Erwünschter Effekt: weniger Ölverbrauch, weniger CO2-Ausstoß und mehr Energieeffizienz.

Wie das geht, schildert Fad­i Dohnal, wissenschaftlicher Leiter am Campus Lienz. Das Öl im Autogetriebe wird durch die hydraulische Kupplung aufgeschäumt, es entstehen Luftblasen, führt Dohnal aus. Diese Blasen haben es in sich: Sie können Schäden an der Ölpumpe anrichten. Die herkömmlichen Prüfstände in der Autoindustrie konnten der Größe und Lokalisierung dieser Luftblasen nicht auf die Spur kommen, es fehlte die passende Technik.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaper

Da kommt die neue Entwicklung aus Lienz ins Spiel. Das Smart Bubble System zeichnet die Bildung und das Verhalten der Luftblasen auf. Vor diesem Hintergrund können Autokonstrukteure die Ölpumpen ganz gezielt optimieren. Die Teile werden kleiner und auch leichter, damit sinken Kraftaufwand und Verbrauch.

Mögen die Luftblasen auch klein sein, die Nachfrage nach der neuen Prüftechnologie ist groß, weiß Manuel Pölt. Er ist technischer Leiter der Firma testtec, die seit 30 Jahren für die deutsche Automobilindustrie tätig ist. „Der Markt für Getriebeölpumpen liegt aktuell bei etwa 100 Millionen Stück pro Jahr und steigt kontinuierlich“, so Pölt.

Fadi Dohnal ist sehr stolz auf den neuen Luftblasen-Detektor. „Das ist das bisher größte Projekt, an dem wir beteiligt sind“, freut sich der wissenschaftliche Leiter des Campus Lienz. Das finanzielle Volumen beträgt 700.000 Euro. Als transnationales EU-Projekt bekommt das „Smart Bubble System“ rund 60 Prozent Förderungen.


Kommentieren


Schlagworte