Initiative will Flüchtlinge aus Lesbos ins Außerfern holen

Die Lebensbedingungen im Lager der griechischen Insel Lesbos regen die Vertreter der Außerferner Flüchtlingshilfsgruppe auf.
© AFP

Von Helmut Mittermayr

Reutte – Im Bezirk Reutte hat sich die Initiative „Hoffnung für Flüchtlinge“ gebildet. Quasi gegen den Mainstream will sie die nicht endende Unmenschlichkeit in den Lagern aufzeigen und für Flüchtlinge, konkret in Lesbos, einstehen. Gründungsmitglieder sind rund dreißig Persönlichkeiten aus dem Außerfern. Treibende Kräfte der Gründung waren BM Paul Mascher (Biberwier) und Heinz Kurz (Reutte). Aber auch BM Alois Oberer (Reutte), die grüne Bezirkssprecherin Regina Karlen (Breitenwang) und Dekan Franz Neuner sind Aushängeschilder.

Die Mitglieder der Initiative wollen nicht mehr zuschauen, wie Flüchtlinge auf der Welt und besonders auch in Europa leben, ohne dass die Republik Österreich ihre Grenzen für ein Kontingent nach EU-Vereinbarungen öffnet. „Wir vertreten europäische humanistische Werte und wollen unserer Sorge und auch Scham Ausdruck verleihen“, sagt Mascher. „Unsere Forderung richtet sich an den Gesetzgeber und die Bundesregierung, Flüchtlinge, besonders alleinstehende Mütter mit Kindern, bei uns aufzunehmen.“ Österreich soll Teil jener Länder sein, die Menschlichkeit international leben, und nicht Teil jener, deren Menschlichkeit an der Haustüre ende. Dekan Neuner spricht in diesem Zusammenhang von „unvorstellbarem Elend auf Lesbos“. BM Oberer weiß, „dass in den dortigen Lagern Platz für 4000 Menschen ist, aber aktuell 21.000 dort leben müssen“.

Damit man bis zu einer möglichen Aufnahme – die Gruppe möchte Flüchtlinge gerne im Außerfern willkommen heißen – nicht untätig sei, würden Hilfseinrichtungen auf Lesbos über Bekannte finanziell unterstützt. So seien etwa Waschstraßen etwas, was Sinn für Zuwendungen mache. Um sich breiter aufzustellen, auch mehr Gewicht zu bekommen und die Mittel zu vergrößern, werden weitere Unterstützer gesucht.

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