„Stopp Corona“-App nach Update mit automatischem Handshake

Seit Freitag ist eine aktualisierte Version der „Stopp Corona“-App des Österreichischen Roten Kreuzes in den Stores verfügbar. Der automatische digitale Handshake funktioniert nach dem Update nun auf allen iOS- und Android-Geräten. Außerdem kann die App nunmehr auch auf Smartphones aus anderen Ländern heruntergeladen werden. Allerdings sind bereits erste Probleme aufgetreten.

Die Österreicher haben bisher nur mäßiges Interesse an der heimischen App gezeigt. 680.000 Menschen haben sie bisher heruntergeladen, als aktive Nutzer gelten laut Schätzungen des Roten Kreuzes rund die Hälfte.

Künftig werden mit dem digitalen Handshake Kontakte automatisch gespeichert. Die App verwendet dafür die neuen Schnittstellen, die Apple und Google kürzlich zur Verfügung gestellt haben. Österreich gehört damit zu den ersten Ländern in Europa, das über eine voll funktionsfähige App verfügt, die den Vorgaben des „Privacy-Preserving Contact-Tracing“ entspricht und damit eine Unterbrechung von Infektionsketten unter strenger Wahrung der Privatsphäre ermöglicht, hieß es in einer Aussendung. Nutzer müssen ihre Kontakte nicht mehr manuell speichern - das war bisher der Fall. Das Kontakttagebuch gehört nunmehr der Vergangenheit an.

Der automatische digitale Handshake zwischen Geräten mit aktivierter Stopp Corona-App funktioniert nun auf allen Smartphones mit den Betriebssystemen Android (ab Version 6 mit Bluetooth Low Energy - BLE) von Google und iOS (ab Version 13.5) von Apple. Dazu muss auf dem Smartphone Bluetooth und der Zugriff auf die Schnittstelle des Betriebssystems aktiviert sein, Standortdaten werden nicht erfasst. Die App läuft danach im Hintergrund und funktioniert auch im Energiesparmodus, muss dazu aber von der Akku-Optimierung des Herstellers ausgenommen sein. Sie protokolliert Begegnungen mit anderen Mobiltelefonen mit, diese werden jedoch aus Gründen des Datenschutzes nicht mehr angezeigt. Auch ein manueller Handshake ist nicht mehr verfügbar.

Gespeichert werden Begegnungen zwischen Personen, die die App nutzen und deren Handys für mindestens 15 Minuten weniger als zwei Meter von einander entfernt sind. Die Kontakte werden dabei anonym lokal auf den Smartphones gespeichert und nirgends zentral erfasst. Sie sind nicht einmal auf den Geräten der einzelnen Personen einsehbar. Die Aufzeichnung von Begegnungen erfolgt nun mittels rotierender Schlüssel, die alle 15 Minuten geändert werden. Da die gespeicherten Kontakte nicht einmal mehr codiert angezeigt werden, wissen die Benutzer der App nicht, ob das Gerät in den vergangenen zwei Tagen Begegnungen registriert hat oder nicht.

Sobald bei einer Person der Verdacht auf eine Infektion besteht, berechnet die App alle infektionsgefährdeten Begegnungen der letzten 54 Stunden und erzeugt eine Warnmeldung, damit diese Kontakte sich vorsorglich selbst isolieren können. Auch diese Warnung ist anonym, die Benachrichtigten wissen nicht, welcher ihrer Kontakte erkrankt sein könnte. Sofern keine Warnung aktiv ist, werden erfasste Kontakte nach Ablauf von zwei Wochen wieder automatisch gelöscht.

Auch der Start der neuen App-Version geht nicht ohne Probleme ab. Auf Android-Geräten - und damit auf dem Großteil der Handys in Österreich - muss die Anwendung deinstalliert und neu installiert werden, um sie korrekt zum Laufen zu bringen. Andernfalls stürzt die aktualisierte Version laufend ab, räumten die Verantwortlichen am Freitag ein.


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