"Innsbruck Social Club": Ein Haarschnitt für das Selbstvertrauen

Ein Sozialclub ermöglicht Bedürftigen einen Friseurbesuch. Dabei geht es um mehr als nur schöne Haare.

Initiator Laurin Strele-Pupp, Stadträtin Elisabeth Mayr und Caritas-Direktor Georg Schärmer (v.l.) präsentierten die neue Plattform "Innsbruck Social Club".
© Caritas Tirol

Innsbruck – Unkompliziertes Spenden und ein gemeinsames Verändern des Innsbrucker Stadtbilds – das stellt sich das junge Team von Freiwilligen des Innsbruck Social Clubs vor. Die neu gegründete Plattform soll Innsbruckern die Möglichkeit geben, Hilfe anzubieten, Hilfe zu finden oder Spendenprojekte gemeinsam zu entwickeln.

Ein starkes Symbol für die Hilfsbereitschaft stellen verspiegelte Spendenboxen dar, die in Geschäftslokalen, Museen und Cafés aufgestellt werden. Passend zu jedem Spendenprojekt gibt es Postkarten, die den Zweck der Spende symbolisieren.

Die Caritas der Diözese Innsbruck unterstützt das Projekt, von dem sich Direktor Georg Schärmer angetan zeigt. „Innsbruck ist ein gutes Pflaster für soziales Engagement. Die älteste Caritas in Österreich wurde in Innsbruck gegründet – nicht von oben, sondern von engagierten Bürgerinnen und Bürgern. Genau das passiert jetzt auch beim Social Club“, sagt Schärmer.

Das erste Projekt soll bedürftigen und wohnungslosen Menschen einen kostenlosen Friseurbesuch ermöglichen. „Ich bin ein Fan von Friseuren. Das sind eigentlich ganz tolle Sozialarbeiter und Psychologen“, erklärt Schärmer. Der Friseurbesuch soll nicht nur das Selbstvertrauen bedürftiger Personen stärken. Darüber hinaus geht es auch um soziale Kontakte. Mit einer geplanten Summe von 10.000 Euro kann im ersten Jahr eine Halbtagskraft in der Frisierstube angestellt werden. Auch ein Sozialladen mit kostenfreier Kleidung und Hygieneartikeln wird in der Frisierstube seinen Platz finden. „Sich wohlfühlen in der eigenen Haut ist kein oberflächliches Thema“, zeigt SPÖ-Stadträtin Elisabeth Mayr auf, die das erste Projekt und die Solidaritäts-Plattform unterstützt.

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„Im Fokus stehen nicht nur Geldspenden“, betont Laurin Strele-Pupp, der Mitbegründer der Plattform, „auch Zeitspenden sind von großer Bedeutung.“ Freiwillige sind herzlich willkommen. „Ein schönes Beispiel dafür ist eine Friseurin, die bereits zugesagt hat, zweimal in der Woche in der Frisierstube auszuhelfen und somit das Projekt freiwillig zu unterstützen.“

Anfangs will sich der Social Club jeweils vierteljährlich einem Spendenzweck widmen, bevor ein neues Projekt unterstützt wird. (TT, dd)


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