Pläne in Schwaz: Silberstädter schlagen Brücke in Richtung Vomp

Die Steinbrücke in Schwaz wird in den nächsten Jahren zur Großbaustelle. Ein Innsteg für Fußgänger und Radfahrer soll für Entlastungen sorgen.

Die Steinbrücke ist bei Hochwasser eine Gefahrenquelle. Sie wird saniert oder komplett erneuert.
© Dähling

Von Angela Dähling

Schwaz – Eine Innbrücke, die Vomp und Schwaz in Höhe des Schwazer Sportzentrums verbindet, ist seit Jahrzehnten eine Sehnsucht der Silberstädter. In den nächsten drei Jahren könnte sie zumindest vorläufig Realität werden.

Grund ist die sanierungsbedürftige Steinbrücke in Höhe des Krankenhauses. Das 92 Jahre alte Bauwerk ist am Ende seiner Lebensdauer. Ob die Brücke daher in den nächsten drei Jahren saniert oder durch eine neue ersetzt wird, darüber sind sich die Behörden uneins.

„Das Bundesdenkmalamt will sie erhalten, seitens der Wildbach- und Lawinenverbauung und des Wasserbauamtes will man eine neue Brücke, da die Steinbrücke bei Hochwasser die größte Verklausungsproblematik im Unterinntal darstellt“, informierte der Schwazer Bürgermeister Hans Lintner kürzlich bei der öffentlichen Gemeinderatssitzung. Das Denkmalamt halte an der Brücke fest, da sie nach Plänen des Architekten Clemens Holzmeister gebaut worden sein soll. „Dem ist aber nicht so. Ein damaliges Mitglied von Holzmeisters Architektenteam hat Pläne für die Steinbrücke gefunden, die aber so nie umgesetzt wurden. Stattdessen wurden im Prinzip jene des damaligen Landesbauamtes realisiert“, sagt Bürgermeister Lintner.

Wie dem auch sei, die Stadtgemeinde sieht durch die bevorstehenden Brückenbauarbeiten ihre Chance gekommen für den Innsteg im Bereich der Körnerstraße (ehemaliges Zöhrer-Areal) hin­über zur Eni-Tankstelle. Am Ufer soll der Steg weiter bis zum Sportzentrum verlaufen. „Für eine schräge Querung bräuchten wir eine Hängebrücke“, erklärt der Stadtchef. Der Steg soll für Fußgänger und Radfahrer sein. Errichten lassen will ihn die Stadt durch das Heer – vorausgesetzt, die Wirtschaftskammer gibt ihr Okay dazu.

Ob zusätzlich auch eine Autobrücke möglich wird, sei zu diskutieren. Es brauche die Zusammenarbeit der Gemeinden und hier könne man aus der Not eine Tugend machen, meint GR Hermann Weratschnig (IgLS). Bekanntlich wehrten sich die Vomper einst heftig gegen eine solche Brücke, weil diese im Zusammenhang mit einem Skigebietszusammenschluss von Schwaz ins Zillertal und einer Autobahnanbindung in Vomperbach Thema war. „Ich möchte aber auch nicht, dass wir der Parkplatz für das Zillertal werden, und bin gegen diesen Skigebietszusammenschluss“, betont BM Hans Lintner.

Stattdessen sei der Wunsch, die Talstation der Kellerjochbahn talnäher als jetzt – und zwar am Arzberg – zu situieren und im Bereich Grafenast mehr Gästebetten zu schaffen. „Die brauchen wir, damit die Frequenz für den Lift gesichert ist“, meint der Stadtchef. Gespräche mit Grundbesitzern am Arzberg gebe es bereits. Ende des Jahrzehnts laufe die Genehmigung für den Kellerjochlift ab. Bis dahin sei ein Businessplan für die Auslastung nötig.

Der Vomper Bürgermeister Karl-Josef Schubert begrüßt die Idee der Fußgänger- und Radfahrerbrücke. Eine Autobrücke beim Autohaus Picker würde seiner Meinung nach auch für vielfältige Entlastungen sorgen. Zur einst geplanten Liftstation am Kasernenareal und einem Skigebietszusammenschluss sagt Schubert weiterhin Nein.


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