Kampf um alte Baumriesen beim Schwazer Seniorenheim

Die Neugestaltung eines Schwazer Altenheim-Areals sorgt für eine politische Debatte.

Ob die riesige Rotbuche überleben wird, ist ungewiss.
© Dähling

Schwaz – Die ungewisse Zukunft einer riesigen, alten Rotbuche am Areal des Schwazer Seniorenheimes Weidachhof entfachte kürzlich im Gemeinderat eine emotionale Debatte. Bekanntlich wird das Heim nach einem Großbrand neu errichtet.

7500 m² des rund 18.000 m² großen Areals sollen Parkfläche werden. Die damit verbundene Änderung des Flächenwidmungsplans wurde ebenso einstimmig von den Mandataren beschlossen wie ein neuer Bebauungsplan. Ziel ist es zwar, die meisten der alten Bäume dort zu erhalten. Doch die große Rotbuche am Eingang des Altbestandes könnte dem Eingang zur geplanten Tiefgarage zum Opfer fallen. Auch der Fortbestand der Baumriesen zur Kohlgasse ist ungewiss.

GR Viktoria Gruber (IgLS/Grüne) wollte das durch einen Antrag verhindern: Im Bebauungsplan solle festgelegt werden, dass die Baumriesen erhalten bleiben. „Ich bin davon überzeugt, dass eine Symbiose zwischen Architektur und Natur möglich ist, wenn man will“, meinte sie und ließ wissen, dass alte Bäume bis zu 1000 kg Sauerstoff spenden und die Wurzeln den Abfluss von bis zu 70.000 Litern Wasser verhindern könnten. Um diese Leistung zu kompensieren, müsse man 2000 junge Bäume setzen, so Gruber.

Bürgermeister Hans Lintner entgegnete, die Stadt könne hier nicht tätig werden: „Das Areal gehört uns nicht.“ Zudem werde das Bauprojekt ohnehin weit nach Osten gerückt, um viele Bäume zu erhalten. Albert Polletta (freier Mandatar) zeigt null Verständnis für Grubers Antrag. „Wir vergeuden unsere Zeit damit. Wenn alle Bäume für ein so tolles Projekt wegmüssten, dann sollen sie weg. Deren Wert ist der ihres Brennholzes“, wetterte er. Das war BM Lintner zu viel. Man wolle sich schon um den Erhalt der Rotbuche bemühen. Mit Julia Thurner und Iris Mailer-Schrey stimmten zwei seiner Listenkolleginnen mit den Grünen für Grubers Antrag. Für eine Mehrheit reichte das allerdings nicht. (ad)


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