NEOS gegen Zwang: Neues Rütteln an Schulsprengeln in Tirol

NEOS fordern Ende für Zwangseinteilung. Bildungslandesrätin verweist auf Planbarkeit.

Wer in welche Volksschule geht, sagen die Sprengel.
© Symbolfoto: Rachle

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck –Freie Schulwahl? Das gibt es im Volksschulwesen nur sehr eingeschränkt. Weil eben in der Regel der Sprengelzwang darüber entscheidet, welches Kind welche Schule besuchen darf.

„Es kann nicht sein, dass immer noch die Postleitzahlen über die Zukunft der Kinder entscheiden“, fordert NEOS-Landeschef Dominik Oberhofer nun Bildungs-Landesrätin Beate Palfrader (VP) sowie die Bildungsdirektion auf, dieses System fallenzulassen. Die jeweilige Schulwahl würde in einem immer größeren Ausmaß auch vom Lebensmittelpunkt der Erziehungsberechtigten abhängen. Vereinbarkeit von Familie und Beruf würden so aber zusätzlich erschwert. Besser als von der Wohnadresse, so Oberhofer, wäre es deshalb, die Volksschulwahl von den Begabungen des Kindes sowie alltagspraktischen Entscheidungen abhängig zu machen. Der Schulsprengelzwang verhindere das aber.

Oberhofer räumt zwar ein, dass an einigen Schulen zwar bereits Schwerpunktsetzungen eingeführt wurden, so richtig wettbewerbsfähig machen würde das die Tiroler Schullandschaft aber noch lange nicht: „Eine Aufhebung des Sprengelzwangs könnte „ein Anreiz“ für die Schulen sein, ihr Angebot noch spezifischer zu gestalten. Das, so Oberhofer, wäre endlich ein tatsächlicher Schritt in Richtung Schulautonomie.

Für Palfrader ist diese Forderung nicht neu. Das politische Rütteln am Sprengelzwang komme in regelmäßigen Abständen. Die Bildungslandesrätin räumt auch durchaus ein, dass eine Abkehr von dieser Regelung in manchen Bereichen Sinn mache. Aber diesen Weg beschreite das Land bereits. Dann etwa, wenn es darum geht, Schulen bestimmte Schwerpunktentwicklungen zuzugestehen. So wie etwa die Ski-Mittelschule in Neustift. Weitere Ausnahmen vom Sprengelzwang, welche im Land bereits möglich sind, betreffen Deutsch-Förderklassen und die schulische Tagesbetreuung. Überall dort, wo Schülerinnen und Schüler (respektive deren Eltern) einen derartigen Bedarf nachweisen können, die jeweilige Sprengelschule selbigen aber nicht erfüllen kann, sind Schulwechsel bereits möglich.

Einer generellen Aufhebung des Sprengelzwangs will Palfrader aber nicht das Wort reden. Auch mit Verweis auf den Gemeindeverband, welcher dieses Anliegen kritisch beäugen würde. Schließlich müssten die Gemeinden eine gewisse Planbarkeit im schulischen Bereich sicherstellen. Das betrifft sowohl räumliche als auch personelle Fragen. Eine zu hohe, noch dazu unsichere Fluktuation bei den Kindern erschwere aber die vorausschauende Planung für die kommunalen Schulerhalter.


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