Regenbogen-Corso umrundet Wiener Ring

Bunt geschmückte Autos, Motorräder mit Regenbogenfahnen und Partystimmung mit Maß: Rund 200 Fahrzeuge sind am Samstag auf der Wiener Ringstraße unterwegs gewesen. Dabei handelte es sich um eine Ersatz-Veranstaltung für die abgesagte Regenbogenparade, die coronabedingt nicht stattfinden konnte.

Normalerweise fällt die Regenbogenparade mit bunt verzierten Party-Trucks und Hunderttausenden feiernden Menschen auf. Heuer mussten die Organisatoren die Veranstaltung Pandemie-bedingt deutlich schrumpfen lassen. Doch das Ziel war dennoch das gleiche: Nämlich auf die Lage von LGBTIQ-Personen in Österreich und über die Grenzen hinweg aufmerksam zu machen - also homo-, bi-, trans- und intersexuelle Menschen.

Die Umstände hielten die Teilnehmer auch nicht davon ab, kreativ zu sein. Die Corso-Gefährte waren bunt geschmückt - mit Regenbogenfahnen, Luftballons und besonders beliebt: aufblasbaren Einhörnern. Viele hatten auch Transparente mit mehr oder weniger politischen Botschaften von „LGBTIQ ist wie Glitzer - es wird nie weggehen“ bis „Covid-19 kann uns am Einhorn lutschen“.

Kurz vor dem Start des Corsos war auch die Politik am Wort. Der auch für Antidiskriminierung zuständige Wiener Stadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) sah in der Veranstaltung ein „starkes Zeichen“ und erinnerte in seiner kurzen Rede daran: „Wien sagt: ‚Wen immer du liebst, Wien liebt dich.‘“ Im Anschluss sprachen Vertreter der Grünen und der NEOS. Auch Bundespräsident Alexander van der Bellen war mit dabei - zumindest virtuell. Via Facebook sendete er eine Grußbotschaft, wobei er die Zuseher aufforderte: „Lassen Sie uns gemeinsam gegen Diskriminierung und Rassismus auftreten und Grund- und Freiheitsrechte verteidigen. Nur wenn Menschen für ihre Rechte eintreten, kann die Welt zu einem besseren Ort werden.“

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Los ging es schließlich mit einiger Verspätung erst gegen 17.40 Uhr auf der Höhe des Burgtheaters. Dann waren fünf Runden um den Ring vorgesehen. Die Streckenverlauf erfolgte „andersrum“, also gegen die Fahrtrichtung. Im Gegensatz zu den vergangenen Paraden, wo sich Menschen auf den Gehsteigen tummelten oder mitzogen, waren heuer keine Fußgänger auf der Fahrbahn erlaubt. Überdies ermahnte die Organisatorin Katharina Kacerovsky schon im Vorfeld: „Die Zuschauer sind angehalten, den Sicherheitsabstand eigenverantwortlich einzuhalten.“

Auf den ersten Blick schien das - rund um den Start -nicht ganz gelungen zu sein. Bevor die Autos losfuhren, drängten sich die Menschen noch dicht an dicht am Straßenrand, um die besten Blicke auf das Geschehen zu haben. Sobald der Tross weg war, machten sie es sich in kleineren und größeren Gruppen am Straßenrand gemütlich. Wobei heuer auch wesentlich weniger Zuseher als bei den vergangenen Paraden dabei waren.

Eingebettet war der Regenbogen-Corso in die „Global Pride“. Dabei handelt es sich um ein Online-Streaming-Event, das erstmals stattfand und an dem sich mehr als 500 Prides aus der ganzen Welt mit Beiträgen beteiligten, darunter eben auch Wien. Auch die Videobotschaft von Van der Bellen wie auch ein musikalischer Beitrag des Künstlers Conchita Wurst wurde dort gesendet.


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