Oppositionschef Chakwera gewann Präsidentenwahl in Malawi

Aus der Präsidentschaftswahl im südostafrikanischen Staat Malawi ist der oppositionelle Kandidat Lazarus Chakwera (65) als Sieger hervorgegangen. Wie die Wahlkommission in Lilongwe am Samstagabend mitteilte, entfielen auf Chakwera mehr als 58 Prozent der abgegebenen Stimmen. Amtsinhaber Peter Mutharika (79) musste somit eine deutliche Niederlage einstecken.

Das malawische Verfassungsgericht hatte die ursprüngliche Parlamentswahl vom Mai 2019 für ungültig erklärt und weitverbreitete Unregelmäßigkeiten und Manipulationen beklagt. Demnach wurde unter anderem „Tipp-Ex“ genutzt, um Ergebnisse zu verändern. Die Abstimmung wird daher inzwischen die „Tipp-Ex-Wahl“ genannt.

Nach diesem Urnengang war Mutharika zum Sieger erklärt worden, obwohl er auch damals nur 38 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte. Die Wahlwiederholung wurde auch als Test der demokratischen Strukturen in dem südostafrikanischen Land gesehen.

Die EU hatte am Montag die Wahlkommission sowie alle Parteien und Kandidaten aufgefordert, „Bedingungen für eine glaubwürdige, für alle zugängliche, transparente und friedliche Wahl“ zu schaffen.

Die Abstimmung fand trotz der Ausbreitung des Coronavirus statt. Bisher hat das Land um die 800 Fälle von Sars-CoV-2 verzeichnet. Die Wahlkommission sorgte nach eigenen Angaben dafür, dass die Wähler einen Sicherheitsabstand einhielten.


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