Abstiegskampf: WSG-Coach Silberberger glaubt an ein Happy End

Nach der 0:1-Heimniederlage gegen Altach muss die WSG Tirol in den letzten beiden Partien gegen Mattersburg (Dienstag) und Admira (Samstag) liefern. Coach Silberberger sucht jene Elf, die dem Druck gewachsen ist.

Auch als Bundesliga-Schlusslicht hat Coach Silberberger den Klassenerhalt noch nicht abgeschrieben.
© GEPA pictures/ Mathias Mandl

Von Alex Gruber

Innsbruck – Der Abstiegskampf ist auch ein Spiel gegen die Angst. „Und wenn ich den Fehler erwarte, dann kommt er sowieso“, versuchte WSG-Cheftrainer Thommy Silberberger schon in den Trinkpausen und der Halbzeitpause gegen Altach in die Rolle des Psychologen zu schlüpfen und sein Team zu ermutigen. Denn mit Angst und auf wackligen Beinen hat bekanntlich noch keiner die Welt neu entdeckt, geschweige denn als Aufsteiger die Liga gehalten.

„So blöd es klingen mag, aber ich bin nach wie vor felsenfest davon überzeugt, dass uns der Klassenerhalt gelingt und wir ein Happy End feiern können“, schlüpft Silberberger vor der heutigen Abfahrt zum Trainings­standort in Lindabrunn in die Rolle des Positivdenkers. Es gilt ja auch die richtige Mischung zwischen Kritik und Aufbauarbeit zu finden, gemeinsam mit Sportmanager Stefan Köck muss man sich vielleicht wieder die Rolle des „bad cop“ (bösen Polizisten) und „good cop“ (der „Gute“) teilen.

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In erster Linie braucht die WSG bei stets schwindender Kaderdecke (Rieder und Gugganig sind fürs Mattersburg-Match gesperrt) jetzt gestandene Männer. So gesehen war es nicht verwunderlich, dass Routinier Stefan Maierhofer nach der Niederlage in diesem Sinne mit Blick auf einige Kollegen heißgelaufen ist.

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⚽️ Bundesliga-Tabelle nach dem 30. Spieltag

Bundesliga-Debütant Felix Kerber (17) agierte unerschrockener als manch einer, der sich vielleicht schon einen oder zwei Schritte weiter wähnt. „Bei einigen hat es wie Jugendfußball ausgesehen“, moniert Silberberger. Dass er einen der drei Youngsters (weiters Kilian Bauernfeind, Stefan Lauf) gegen Mattersburg in die Startelf beordert, ist sehr unwahrscheinlich. Stattdessen kehrt Bruno Soares nach abgesessener Sperre in den Kader zurück, Rechtsverteidiger Fabian Koch kämpft um ein Comeback.

Köck suchte gestern Schutz im Wald: „Ich muss mich selber wieder aufbauen und vorausschauen. Wenn wir in Mattersburg gewinnen, geben wir den Druck, Letzter zu sein, an sie weiter. Vorerst hat sich mit unserer Niederlage und den anderen Ergebnissen unsere Situation extrem verschlechtert. Zumindest ein Punkt ist im Burgenland fast Pflicht.“

Der Gegentreffer aus einer Standardsituation ärgerte den Sportchef der WSG, die Stärke bei ruhenden Bällen will man beim ersten von zwei absoluten Endspielen in Mattersburg selbst wieder in die Waagschale werfen. Topchancen, um zu treffen, hatte man auch gegen Altach genug. Die Hoffnung lebt: „Es ist machbar, in Mattersburg zu gewinnen.“ Vorausgesetzt, genügend Spieler krempeln die Ärmel hoch und laufen mit „Kriegsbemalung“ auf ...

⚽️ Mögliches Szenarien für die WSG Tirol

  1. Die WSG bleibt bei zwei Siegen in Mattersburg und im Finale gegen die Admira ohne Schützenhilfe erstklassig. Dann könnte es auch die Burgenländer noch erwischen. Erklärung: Die Tordifferenz wäre bei derzeit drei Zählern Unterschied nicht mehr ausschlaggebend, weil Mattersburg wegen der Nicht-Abrundung bei der Punkteteilung nach dem Grunddurchgang bei Punktegleichheit rückgereiht wird.
  2. Die WSG bleibt bei einem Remis in Mattersburg im Rennen, muss dann allerdings in derselben Runde auf einen Punkteverlust der Admira hoffen und das Finale gewinnen.
  3. Die WSG bleibt auch bei einer Niederlage in Mattersburg im Rennen, wenn die Admira bei St. Pölten verliert. Ein Sieg im Finale ist dann allerdings Pflicht.

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