Ein Tanz auf der Rasierklinge: WSG Tirol steht in Mattersburg unter Druck

Für die WSG Tirol zählen im Abstiegskampf der tipico-Bundesliga heute (20.30 Uhr, live TT.com-Ticker) fast nur drei Punkte. Das will der SV Mattersburg naturgemäß verhindern. Die Admira trifft auf St. Pölten.

Im September 2019 jubelte die WSG im Pappelstadion.
© gepa

Von Tobias Waidhofer

Mattersburg – Wer heute (20.30 Uhr, live TT.com-Ticker) im Mattersburger Pappelstadion gepflegten Kombinationsfußball mit technischen Gustostückerln erwartet, wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit enttäuscht vor dem Fernseher sitzen. Denn das, was heute im Burgenland auf die 22 Akteure wartet, ist Abstiegskampf in seiner reinsten Form. „Es wird ein hochintensives Match. Und es wird Nickligkeiten geben“, ist sich auch Trainer Thomas Silberberger sicher, dass Kampf heute Trumpf sein wird.

Dementsprechend wird der Wörgler seine Mannschaft auch ausrichten. Mit Rückkehrer Soares (194 cm) und den weiteren „Riesen“ (Cabrera/187 cm, Maierhofer/202 cm, Svoboda/195 cm) sollen dabei auch Wucht und Körpergröße bei Standardsituationen gewinnbringend eingesetzt werden. Trotz aller Ausfälle – neben den Verletzten (Pranter, Grgic, Toplitsch, Buchacher) fehlen die gesperrten Gugganig und Rieder – wird der Österreicher-Topf nicht aufs Spiel gesetzt. Um Geld aus dem Pott zu lukrieren, dürfen bekanntlich nur sechs Ausländer auf dem Spielbericht stehen.

Hoffnung haben die Tiroler noch auf den Einsatz des angeschlagenen Fabian Koch. Insgesamt stiegen gestern 20 Spieler in den Bus Richtung Lindabrunn, wo sich die WSG den letzten Feinschliff für ein ­vorentscheidendes oder gar entscheidendes Spiel holt.

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Klar scheint im Vorfeld, dass die WSG auf sich selbst angewiesen ist. Schützenhilfe können sich die Tiroler – siehe die 2:5-Niederlage der Austria gegen St. Pölten – nicht erwarten. „Aber da sind wir auch selbst schuld. Schließlich haben einige Spieler nach dem Austria-Spiel die Gosch’n aufgerissen. Da hätten wir uns besser auf die Zunge steigen sollen.“ Das ist aber Schnee von gestern. So wie auch der 2:0-Sieg der Tiroler im September. „Das Ergebnis würde ich nehmen. Aber das Match tut nichts mehr zur Sache.“ Man wolle heute „das Heft in die Hand nehmen. Denn wenn wir gewinnen, liegen alle Trümpfe bei uns.“

Sicher keinen Nachteil stellt es dabei dar, dass der Gegner auf seinen formstärksten Spieler verzichten muss: Andreas Gruber fehlt gesperrt. Dafür wollen die beiden Exil-Tiroler Michi Lercher und Andreas Kuen die WSG in den Abgrund stoßen. Aber auch in Mattersburg ist nach zwei Niederlagen in Folge Feuer am Dach. „Man kann die Tatsache nicht wegleugnen, dass uns auch ein Punkt genügen könnte, trotzdem wären wir schlecht beraten, wenn wir in das Spiel gehen, um X zu spielen“, meinte Mattersburg-Coach Ponweiser. Denn eines ist klar: Verlieren die Burgenländer, ziehen die Tiroler in der Tabelle wieder an Mattersburg vorbei.

Für die Wattener spricht, dass sie sich eigentlich immer, wenn ihnen das Wasser bis zum Hals stand, aus den Fluten hieven konnten. Dass es dem WSG-Kader im Vergleich zu fast allen Konkurrenten (auch den Mattersburgern) an Tiefe mangelt, bleibt aber ein offenes Geheimnis.

Doch auch die Statistik spuckt Vielversprechendes aus: In den jüngsten fünf Auftritten in der Fremde gab es nur eine Niederlage für die WSG. Und Mattersburg ist mit gerade einmal zwei Siegen im Pappelstadion auch keine Heimmacht. Bei einem Sieg schaut es gut mit dem Klassenerhalt aus, bei einer Niederlage und einem gleichzeitigen „Dreier“ der Admira im Niederösterreich-Derby gegen St. Pölten könnte das Bundesliga-Gastspiel heute um 22.25 Uhr schon wieder Geschichte sein. So oder so: Die 90 Minuten versprechen einen Tanz auf der Rasierklinge – es wird definitiv Nerven aus Drahtseilen brauchen.

⚽️ Bundesliga-Tabelle nach dem 30. Spieltag


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