Der neue MX-30: Mazdas Stromer für Fortgeschrittene

Mazdas Beitrag zur Elektromobilität kommt mit sportlichem Look, ökologisch korrektem Interieur und viel Fahrspaß: Der MX-30 legt bei uns ab Mitte September los.

Der batterieelektrische MX-30 fährt mit dem gewohnt sportlich-eleganten Mazda-Design auf.
© Werk

Von Stefan Pabeschitz

Wien –Wie Mazda seine Modelle benennt, erklärt die Marke so: Reine Zahlen sind den klassischen Pkw vorbehalten. CX schmückt die SUV-Riege, RX für die Sportwagen ist derzeit vakant, MX war bisher Roadster und Coupé vorbehalten. Warum also trägt jetzt ein elektrisches SUV auch MX im Namen? Tatsächlich stehen im internen Hausgebrauch diese Buchstaben für die einzelnen Ausreißer, die sonst nirgendwo reinpassen. Womit wohl auch die Frage geklärt ist, ob es weitere E-Autos von Mazda geben wird: demnach eher nicht.

Das eine, dass zum Marktstart am 18. September bei den Händlern stehen wird, deckt die tatsächlichen Bedürfnisse heutiger Elektro-Kunden allerdings gut ab. Der CX-30 gibt sich damit zufrieden, eben nicht die eierlegende Wollmilchsau für die Steckdose sein zu wollen, als die andere Hersteller ihre Stromer auf Biegen und Brechen anpreisen – sondern das, wofür das batterieelektrische Auto am besten taugt: Ein Fahrzeug für den Einsatz im urbanen Raum, der weder überbordende Leistung noch mächtige Reichweiten verlangt, dafür aber Vielseitigkeit, Lifestyle und maximalen Alltagskomfort.

Zudem gibt es gewohnt premiumtaugliches Mazda-Interieur, ergänzt mit ökologischem Materialmix und erstmals einer Klimasteuerung via Touchscreen.
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Im Design schlägt sich das in einer dynamischen Linie im typischen Mazda-Look nieder, der mit ein paar frischen Akzenten ergänzt wurde. Der auffälligste davon wird erst beim Öffnen der Türen sichtbar: Die sind gegenläufig angeschlagen, eine fixe B-Säule entfällt somit zugunsten eines weiten Einstiegs nach vorne wie hinten.

Dass der neue Zero-Emissions-Crossover exakt gleichen Radstand und sogar Außenlänge wie der CX-30 hat, ist kein Zufall: Die beiden teilen sich dieselbe Plattform und wurden parallel entwickelt. Gleichwertig ansprechend ist auch das hochwertige Interieur, passend zum Öko-Anspruch nun um Türverkleidungen aus recycelten PET-Flaschen und Korkoberflächen an der Mittelkonsole ergänzt – zugleich ein runder Bezug zur eigenen Geschichte: Vor 100 Jahren begann Mazda als korkverarbeitender Betrieb. Neu ist außerdem die Klimasteuerung mittels eigenem Touchscreen.

Bei dem Modell sorgen so genannte Freestyle-Türen für luftige Atmosphäre und großzügigen Einstiegskomfort.
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Mit 143 PS und 265 Newtonmetern Drehmoment spart sich der MX-30 unnötige Kraftmeiereien, die dem E-Mobilitäts-Thema ohnehin nur widersprechen würden. Stattdessen reiht er sich mit 9,7 Sekunden für den Hunderter-Spurt im guten Klassenmittelfeld ein. Bei 140 km/h ist allerdings Schluss – immer noch genug für einen stattlichen Strafzettel auf der Inntalautobahn.

Der MX-30 überzeugt zunächst mit lässiger Kraftentfaltung und gefälligem Leistungsaufbau, wo andere Stromer den bloßen Hau­drauf geben. In Bewegung sind Handling und Fahrdynamik dank aktiver Fahrdynamik-Regelung und G-Vectoring-Kontrolle hervorragend, der Batterie-SUV verhält sich auch bei absurden Manövern neutral bis schon beinahe stoisch, schaukelt niemals auf und bleibt immer betont komfortabel. Dazu liegt die Geräuschdämmung und Entkoppelung von unerwünschten Fahrbahneinflüssen weit über dem Klassenschnitt. Um ein wenig „Motor-Feeling“ zu erzeugen, haben die Mazda-Techniker einen sanften Geräuschgenerator eingebaut, der unmerklich ein Gefühl für Leistungsstatus und Tempo vermittelt.

Die Reichweite nach WLTP beträgt zuverlässige 200 Kilometer, im reinen Stadtbetrieb mit viel Rekuperationsenergie von den Bremsen – in der Intensität über Lenkradpaddles mehrstufig variierbar – werden daraus auch über 260 Kilometer. Je nach dessen Leistungsfähigkeit sind die Batterien an einem öffentlichen Schnelllader ab etwa einer Stunde wieder voll, an der 230-Volt-Steckdose sind dafür mindestens zehn Stunden notwendig.

Abzüglich der neuen, soeben erhöhten E-Mobilitätsförderung ist der MX-30 in der bereits überkompletten Ausstattung GTE für 29.590 Euro wohlfeil, der GTE+ mit zusätzlichen Komfort-Features für 30.590 Euro.


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