Hochwasserschutz: Alpine Retention sorgt für Uneinigkeit

LHStv. Josef Geisler weist die Vorwürfe, dass das Land an einem „überholten“ Hochwasserschutzplan festhalte, zurück. Bauern fühlen sich im Stich gelassen.

Dass ein Hochwasserschutz in Tirol gebraucht wird – da ist man sich einig. Nur das Wie sorgt weiterhin für Diskussionsstoff.
© Fankhauser

Von Eva-Maria Fankhauser

Strass i. Z., Innsbruck – Eines haben Alfred Enthofer, Obmann des Hochwasservereins Tirol, und LHStv. Josef Geisler gemeinsam: Sie wollen das Land vor einem Hochwasser schützen. Doch wie das umgesetzt werden soll, da sind sie sich völlig uneins.

Wie berichtet, pocht Enthofer auf die Einbindung alpiner Retention und auf die Studie von Professor Blöschl. Enthofer kritisiert, dass das Land an einem „überholten Schutzprojekt“ und „falschen Ideen“ festhalte. Zudem fühle man sich von Landwirtschaftskammerpräsident Josef Hechenberger sowie Bauernbundobmann Geisler im Stich gelassen.

Das sieht LHStv. Geisler anders: „Wir können Entwicklungen im Tal in der Praxis nicht mit Maßnahmen am Berg kompensieren. Das haben namhafte Experten nunmehr mehrmals nachgewiesen und untermauert.“ Er habe aber dennoch ein offenes Ohr, sollte jemand ihm und der Fachwelt glaubhaft das Gegenteil beweisen können. „Aber warum tritt der Verein Hochwasserschutz diesen Beweis nicht an? Vielleicht weil es die von ihm um teures Geld beauftragten Firmen sind, die an den falschen Ideen festhalten?“, meint Geisler.

Er und LK-Präsident Hechenberger betonen, dass man ebenso sehr wie Enthofer eine funktionierende und produzierende Landwirtschaft in Tirol erhalten wolle. „Deshalb hat das Land Tirol in einem eigenen Beteiligungsprozess Gespräche mit allen Grundeigentümern geführt und arbeitet die Anregungen und Wünsche nach Möglichkeit in das Hochwasserschutzprojekt ein“, sagt Geisler.

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Laut Hechenberger laufe noch immer eine weitergehende Prüfung zur alpinen Retention. „Wir waren ja auch die Ersten, die so eine Überprüfung beim Land angestoßen haben“, betont er. Hechenberger hofft, dass man am Ende weniger Flächen für den Hochwasserschutz brauche. „Wir haben schon sehr viel als Interessenvertreter der Landwirte getan und werden auch weiter Druck machen“, sagt er.


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