Regionale Corona-Cluster: Ärzte-Appell, weil Zahlen wieder steigen

Wegen regionaler Cluster gibt es österreichweit wieder 600 Covid-Infizierte. Die Tiroler Ärztekammer mahnt, Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten.

Wechselberger: Urlauber aus gefährdeten Regionen sollen sich testen lassen.
© TT/Böhm

Innsbruck, Wien – Es sind die Infektionsherde in Salzburg (Rotarier-Treffen) oder in Oberösterreich rund um eine Freikirche in Linz, in der die Corona-Abstandsregeln bei Gottesdiensten vermutlich nicht eingehalten wurden, die u. a. den erneuten Anstieg bei den Neuinfektionen ausgelöst haben. Für Österreich wurden 69 innerhalb von 24 Stunden vermeldet, 600 Personen sind aktuell erkrankt. Vor zwei Wochen lag man bereits unter 400 Infizierten.

In Tirol gab es in den vergangenen Tagen lediglich Einzelfälle. Der Appell der Tiroler Ärztekammer ist trotzdem ein eindringlicher: Größere und kleinere Infektions- und Krankheitsherde, aber auch die nach wie vor bedrohlich steigenden Infektionszahlen in vielen Ländern, verbunden mit zunehmendem Reiseverkehr, würden das Schreckgespenst einer „zweiten Infektionswelle“ wachsen lassen, betonen Ärztekammerpräsident Artur Wechselberger und der Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte Momen Radi.

Sie raten deshalb trotz der Lockerungen eindringlich zur Einhaltung der Distanz- und Hygieneregeln (Händewaschen). Für Wechselberger „liegt es jetzt in den Händen jedes Einzelnen, die geeigneten Maßnahmen zum Eigen- und Fremdschutz zu treffen“.

Radi weist auf die besonders strengen Maßnahmen in den Arztpraxen hin. „Hier gilt zudem noch immer die Maskenpflicht und die Aufforderung, sich vor einem Arztbesuch telefonisch anzumelden.“ Den Aufruf nach Testung von Urlaubsgästen aus Ländern und Regionen, für die eine Reisewarnung gilt, begrüßen die Ärztekammer-Spitzen. Auch im Gesundheitsministerium werden die regionalen Ausbrüche mit einiger Besorgnis registriert. Denn im Schnitt der vergangenen Tage gab es täglich 60 Neuinfektionen.

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Für einen bundesweiten Antikörpertest, um analog wie in Ischgl herauszufiltern, wie viele Menschen in Österreich bereits mit Corona infiziert waren, machen sich indes Pete­r Willeit von der Medizinischen Universität Innsbruck und Thomas Czypionka vom Institut für Höhere Studien (IHS) stark. Dazu wären jedoch 5000 bis 10.000 Teilnehmer notwendig, die sich dann auch mehrfach testen lassen. (TT, pn)

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