Frankreichs Ex-Premier Fillon soll für zwei Jahre in Haft

Der frühere französische Regierungschef François Fillon soll für zwei Jahre ins Gefängnis: Das Pariser Strafgericht verurteilte den 66-Jährigen am Montag in einer Affäre um die Scheinbeschäftigung seiner Frau Penelope und seiner Kinder. Fillon erhielt insgesamt fünf Jahre Haft, drei Jahre wurden zur Bewährung ausgesetzt. Das Ehepaar will gegen das Urteil berufen.

Auch seine Ehefrau Penelope ist für schuldig befunden worden, sie wurde zu drei Jahren auf Bewährung verurteilt. Beide müssen außerdem eine Geldstrafe zahlen.

Fillon erschien gemeinsam mit seiner Frau im Gericht. Beide trugen eine Schutzmaske. Fillon, Regierungschef unter Präsident Nicolas Sarkozy, hatte jahrelang seine Frau Penelope als Mitarbeiterin angestellt. Die gebürtige Britin war als parlamentarische Mitarbeiterin für ihren Mann und dessen Nachfolger Marc Joulaud in der Nationalversammlung tätig. Dabei hat es sich nach Auffassung des Gerichts um eine Scheinbeschäftigung gehandelt. Joulard wurde nun ebenfalls zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Die Richterin erklärte, dass Penelope Fillons Vergütung in keinem Verhältnis zu ihren Aktivitäten gestanden sei, wie der Sender Franceinfo berichtete. Sie habe hauptsächlich Post übermittelt. Die Fillons hatten die Vorwürfe mehrfach zurückgewiesen. Medien hatten Penelopes jahrelange Anstellung auf Parlamentskosten kurz vor der Präsidentschaftswahl 2017 enthüllt. Die Vorwürfe hatten Fillons letztlich erfolglose Kandidatur schwer belastet.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaper

Kommentieren


Schlagworte