Mit Beil gegen MÜG-Beamten: 18 Monate teilbedingte Haft

Ein alkoholisierter Mieter attackierte einen Ordnungshüter heftig. Er fasste 18 Monate Haft aus.

MÜG-Beamte und Polizisten sind während der Ausübung ihres Dienstes nicht selten mit Attacken konfrontiert. Diese kommen teuer.
© Andreas Rottensteiner

Innsbruck – Die Mobile Überwachungsgruppe (MÜG) hat sich in Innsbruck seit 2005 zur anerkannten Institution gemausert. Im Vorfeld zu Delikten und Maßnahmen mit ausschließlicher Polizeizuständigkeit sorgt sie in der Landeshauptstadt für Ruhe und Ordnung. Dies wird von Betroffenen nicht immer mit Wohlwollen aufgenommen, wie Verfahren wegen Widerstandsleistung gegen MÜG und Polizei immer wieder beweisen.

Gestern musste sich am Landesgericht ein im Westen von Innsbruck wohnhafter Arbeiter wegen versuchter schwerer Körperverletzung und Widerstandes gegen die Staatsgewalt verantworten, nachdem er wegen eines Amoklaufs im November bereits knapp sechs Monate in Untersuchungshaft verbracht hatte. Ausgegangen war damals alles von einer Anzeige wegen Ruhestörung in einem Mehrparteienhaus. Ein Fest mit zwei Flaschen Whisky und eine Lautsprecherbox hatten den Ärger von Mitbewohnern erregt.

Als sich die MÜG zur Wohnung begab, fand sie den 29-Jährigen schwer betrunken vor. Dieser zeigte sich unkooperativ und griff in der Küche plötzlich zu einem Fleischerbeil. Dieses schwang er dann in Richtung eines Beamten, der sich dabei eine Schnittwunde zuzog. Der Beamte als Zeuge: „Ich schrie nur noch „Messer!“ und hatte gar nicht bemerkt, dass ich blute!“ Eine zweite Streife der MÜG übernahm dann die Fixierung, bevor Polizei und Rettung eintrafen. Der Mieter wehrte sich aber so vehement, dass auch die Polizei chancenlos war und ebenfalls verletzt wurde. Erst eine Notärztin konnte den Tobenden mit einem Beruhigungsmittel zum Abtransport „abkühlen“. Die Zelle hat den Mann offenbar geläutert. Nach etlichen Entschuldigungen ergingen 18 Monate Haft (12 bedingt) und Bewährungshilfe. (fell)

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaper

Kommentieren


Schlagworte