Für die Blauen sitzt die SP in der Sexismusfalle

Kann nicht zustimmen: SP-Landes­chef Georg Dornauer.
© Thomas Boehm / TT

Als „scheinheilig“ tituliert FP-Landesparteichef Markus Abwerzger den Rückzieher der SPÖ hinsichtlich des geplanten Misstrauensantrags gegen ÖVP-LHStv. Josef Geisler. Der ansonsten um Wortspenden nicht verlegene rote Landesobmann Georg Dornaue­r hatte gestern die stv. Parteivorsitzende Elisabeth Fleischanderl vorgeschickt, um Liste Fritz, NEOS und FPÖ die Absage mitzuteilen. Dies mit dem Argument, dass der um weitere Punkte ergänzte Antrag (Gatterjagd, Achenseebahn, Sport-Events) nichts mehr mit der ursprünglichen Intenion (Sexismus durch „Luder-Sager“ Geislers) zu tun habe.

Dass ein Misstrauens­antrag nachträglich noch erweitert werde, so Abwerz­ger, dürfte die SPÖ nicht überrascht haben – bereits bei jenem der Opposition gegenüber Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (VP) sei man so verfahren. Abwerz­ger vermutet bei den Roten ganz andere Gründe: „Die SPÖ hat sich selber in eine Sexismus-Falle gesetzt.“ Damit spielt Abwerzger auf den „Horizontale-Sager“ von Dornauer gegenüber LR Gabriele Fischer (Grüne) an. Liste-Fritz-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider sieht die SP-Tirol „am absoluten Tiefpunkt angekommen“. Diese verrate aus politischem Kalkül ihre Werte: „Weil sie die Tür zu einer möglichen Regierungsbeteiligung mit der ÖVP nicht zuschlagen wollen.“

Wie bereits in der TT berichtet, fordert LA Markus Sint (Liste Fritz) aufgrund der Corona-Krise erneut einen Budget-Kassasturz von LH Günther Platter (VP) ein. Ebenso bringt die FPÖ einen Dringlichkeitsantrag für einen neuen Budgetvoranschlag 2021 in der heutigen Landtagssitzung ein. (mami, TT)


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