Digitale Wettkämpfe: Tirols Rad-Profis jagen den Hobbysportlern Rekorde ab

In der rennfreien Zeit, die am Samstag endet, knackten Alban Lakata, Charly Markt, Maximilian Kuen und Daniel Federspiel digital fast 400 Bestzeiten.

Zurück im Rennmodus: Nach der digitalen Bestzeitjagd startet der Ötztaler Charly Markt am Samstag in Tschechien.
© 4 Stage MTB Lanzarote

Von Roman Stelzl

Innsbruck – Seit Monaten scharren die Rad-Profis in den Startlöchern, gieren nach Rennen, Punkten, der Jagd nach Preisgeldern. Es ist eine Hänge-Partie, die den inneren Schweinehund und die Ungeduld nur größer machen. Doch in Corona-Zeiten machten viele Sportler aus der Not eine Tugend – und suchten sich neue Herausforderungen. In digitaler Form.

Die beliebteste Art und Weise abseits der Rennrad-Rolle stellte dabei für viele Strava dar. Das soziale Netzwerk zur Trainings-Aufzeichnung erlebte mit nunmehr über 55 Millionen Mitgliedern, die sich miteinander messen können, in der schwierigeren Zeit einen wahren Boom. Und der erfasste auch die Tiroler Rad-Asse: Anstatt in Trainingslagern zu schwitzen oder sich in Wettkämpfen zu messen, jagten sie den heimischen „Hobbysportlern“ reihenweise die Rekorde ab.

Alleine vier davon teilen sich fast 400 (mehr oder minder wichtige) Bestzeiten untereinander auf: Der dreifache Mountainbike-Marathon-Weltmeister Alban Lakata sammelte seit März 90 Kronen für die Rekorde, bei Olympia-Teilnehmer Charly Markt waren es 85, bei Ex-Eliminator-Champion Daniel Federspiel 81.

Und Rennradfahrer Maximilian Kuen kam gleich auf 132 Rekorde, die teilweise zwar wieder geknackt wurden, aber dennoch für sich sprechen. Und der 28-jährige Kufsteiner macht auch keinen Hehl daraus, welchen Stellenwert das hatte.

Digitales Kräftemessen motivierend

„Für mich ist das ein Rennersatz. Du suchst dir eine Strecke oder Segment raus und versuchst, die Bestzeit zu knacken. Sonst gehst du im Training nicht so sehr ans Limit“, erklärt Kuen, der von heute weg bis 10. Juli als Hauptdarsteller der Online-TV-Show „Österreich dreht am Rad“ vom Neusiedlersee nach Bregenz fährt.

Ähnlich motivierend war das digitale Kräftemessen für Österreichs besten Mountainbiker Charly Markt. „Es ist eine Supermethode, so kannst du dich mit anderen vergleichen und hast immer eine Herausforderung“, sagte der 40-jährige Ötztaler. Dass Markt in Tirol Rekord um Rekord knackte, nimmt er mit einem Schmunzeln zur Kenntnis: „Das sind alles starke Sportler, die bei uns in Tirol am Weg sind. Ich musste oft hart ans Limit gehen, um die Bestzeit zu knacken.“

Schon ab Samstag gehört das vorerst der Vergangenheit an: Beim „Czech Cup“ tritt Markt mit dem Möbel Märki Team zu Corona-Zeiten wieder in einem internationalen Rennen an. Als erster und vorerst auch einziger Tiroler Radsportler: Teamkollege Gregor Raggl bleibt daheim. Der Roppener wird dieser Tage zum ersten Mal Vater.


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