1943 geraubter Pissarro geht an Erben von jüdischem Sammler

Die Erben eines jüdischen Kunstsammlers aus Paris erhalten ein 1943 geraubtes Kunstwerk des Impressionisten Camille Pissarro zurück. Das entschied das französische Kassationsgericht am Mittwoch. Das oberste Gericht Frankreichs zog damit einen Schlussstrich unter einen jahrelangen Streit um Beutekunst der Nazi-Zeit.

Das Pissarro-Werk „La cueillette“ („Die Ernte“) von 1887 kann nun an die Nachfahren des Sammlers Simon Bauer ausgehändigt werden. Er war unter der deutschen Besatzung in Paris enteignet worden und starb nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Kassationshof bestätigte zugleich das französische Gesetz zur NS-Beutekunst, das die Rückgabe vorsieht. Ein Sammler-Paar aus den USA hatte das Gesetz angefochten, nachdem es in allen Instanzen zur Rückgabe des Pissarro-Bildes verurteilt worden war.

Das US-Sammlerpaar Toll hatte das Werk 1995 bei einer Versteigerung des Auktionshauses Christie‘s in New York für 800.000 Dollar erworben. Dann stellten die Kunstliebhaber es dem Pariser Museum Marmottan 2016 als Leihgabe für eine Ausstellung zur Verfügung. Die Nachfahren des jüdischen Sammlers Bauer klagten daraufhin in Frankreich auf Rückgabe des Gemäldes. Die Behörden des mit den Nazis kollaborierenden Vichy-Regimes hatten dessen Sammlung 1943 konfisziert.


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