Jugendkriminalität ist Brennpunkt für neuen Innsbrucker Polizeikommandant

Innsbrucks neuer Polizeikommandant will so schnell wie möglich in der Landeshauptstadt Fuß fassen.

Romed Giner (Mitte) wurde am Donnerstagvormittag von Generalsekretär Helmut Tomac und Landespolizeidirektor Edelbert Kohler zum neuen Polizeikommandanten von Innsbruck ernannt.
© Polizei

Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Jetzt ist es offiziell: Am Donnerstagvormittag haben Helmut Tomac, Generalsekretär des Innenministeriums, und Landespolizeidirektor Edelbert Kohler den Thaurer Romed Giner mit der Überreichung des Bestellungsdekrets zum Polizeichef von Innsbruck gekürt. „Für mich schließt sich der Kreis innerhalb der Polizei. Nach 10 Jahren kehre ich wieder nach Innsbruck zurück und werde versuchen, den bereits bestehenden positiven Weg mit meinem gesamten Team fortzusetzen“, erklärte Giner bei seiner Bestellung.

Tatsächlich hinterlässt Innsbrucks Ex-Polizeichef Martin Kirchler seinem Nachfolger eine Landeshauptstadt, in der etliche Problemzonen entschärft werden konnten. So ist der einst ausufernde Straßenstrich verschwunden, ebenso die illegale Glücksspielszene. Und auch die Dealerbanden, die über ein Jahrzehnt die Polizei beschäftigt haben, sind mittlerweile kein Thema mehr. Erfolge, die sich zum Teil in der Kriminalstatistik widerspiegeln. Mit einer Aufklärungsquote von fast 60 Prozent liegt Innsbruck im Spitzenfeld der Landeshauptstädte. All das weiß auch Giner: „Mein Dank gilt allen Kollegen, weil es hier so gut läuft. Gleichtzeitig bitte ich die Mitarbeiter, so weiterzumachen wie bisher“, erklärt der Oberst im TT-Gespräch. Einen aktuellen Brennpunkt sieht der neue Chef der 430 Innsbrucker Polizisten in der Jugendkriminalität, die seit eineinhalb Jahren für Schlagzeilen sorgt. Grundsätzlich sei man in diesem Bereich mit der Einrichtung einer eigenen Ermittlungsgruppe gut aufgestellt. Giner will aber auch verstärkt auf Prävention setzen. In diesem Zusammenhang merkt er an, „dass nicht für alles die Polizei zuständig ist“. Nach dem Motto „gemeinsam sicher“ brauche es die Zusammenarbeit mit weiteren Partnern.

Gleichzeitig mit Giners Amtsübernahme trat die Schutzzone in der Mentlgasse in Kraft. Hier will der Kommandant zunächst vor allem das Servicemobil der Polizei zum Einsatz bringen. Wenn Anrainer bzw. Klienten der örtlichen Sozialeinrichtungen Fragen bzw. Probleme haben, können sie sich an die Beamten vor Ort wenden.

Persönlich will der Thaurer möglichst rasch in Innsbruck Fuß fassen: „Das Aufgabenspektrum ist doch anders als in Schwaz“, sagt der bisherige Bezirkskommandant der Silberstadt, der seine Laufbahn vor über 30 Jahren in Innsbruck begonnen hat. Übrigens: Mit Giner ist nach neun Jahren unter „Gendarm“ Kirchler wieder ein gelernter Polizist Chef in Innsbruck.


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