Doping-Prozess gegen Ex-ÖSV-Trainer Walter Mayer fortgesetzt

Der Prozess gegen den ehemaligen ÖSV-Trainer Walter Mayer wegen Dopingvergehens und schweren Betrugs ist am Donnerstag am Landesgericht Innsbruck fortgesetzt worden. Mayer widerrief in seiner Aussage vor Gericht zuvor bei der Polizei getätigte Äußerungen, bei denen er sich selbst belastet hatte, bekannte sich aber teilschuldig.

Seine Aussagen seien unter Druck der Polizeibeamten entstanden, da sie ihm versprochen hatten, dass er nur nach Hause dürfe, wenn er etwas zugebe, erklärte Mayer. Der Salzburger hatte bei den Beamten ausgesagt, dass er unter anderem von einem Kroaten fünf leere Blutbeutel für den ehemaligen Langläufer Harald Wurm besorgt habe und, dass er Johannes Dürr 400 Milliliter Blut abgenommen habe.

„Davon stimmt aber gar nichts, das ist von mir erfunden“, sagte Mayer zur Richterin. Er sei damals in einer „menschlichen Ausnahmesituation“ gewesen und wollte möglichst schnell wieder nach Hause. Der ehemalige Trainer warf den Beamten auch vor, „inkonsequent“ ermittelt zu haben. Zudem hätten sie gewusst, dass seine Aussagen nicht stimmen würden.

Der Salzburger bekannte sich aber teilweise schuldig. Er habe einer mitangeklagten Leichtathletin, die am Donnerstag ebenfalls vorgeladen war, vor Wettkämpfen Infusionen gegeben, gab der ehemalige Trainer zu. Dabei habe es sich aber lediglich um eine Magnesium-Kochsalzlösung gehandelt und diese stehe nicht auf der Dopingliste. Dass damals Infusionen von mehr als 50 Milliliter vor Wettkämpfen verboten waren, habe er nicht gewusst, verteidigte sich Mayer.

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Er gestand zudem, von dem Kroaten unter anderem EPO und Wachstumshormon bezogen zu haben. Die Mittel habe er aber nur für den Eigenbedarf gekauft und nie an jemanden weitergegeben.

Dem ehemaligen Langlauftrainer wird vorgeworfen, von 2012 bis 2019 Sportler beim Dopen unterstützt zu haben und auch selbst Dopingmittel, darunter Wachstumshormon, Testosteron und Humanalbumin, an Sportler weitergegeben zu haben. Zudem soll er Blutdoping an Athleten praktiziert und damit zu deren Sportbetrug beigetragen haben.

Der Prozess war Mitte Februar vertagt worden. Mayer selbst hatte vorerst von seinem Entschlagungsrecht Gebrauch gemacht. Für Donnerstag waren zahlreiche Zeugen geladen. Ein Urteil soll es vorerst jedoch noch nicht geben, da der Prozess am Freitag fortgesetzt werden soll.


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