Martinsbühel: Unklare Zukunft mit offenen Fragen

Der Tourismusverband Innsbruck will sich wieder hinter eine mögliche touristische Nutzung von Martinsbühel klemmen. Das Stift zeigt sich überrascht.

Was soll aus der Liegenschaft rund um Martinsbühel werden? - Projektideen gäbe es.
© Vanessa Rachlé / TT

Von Liane Pircher

Innsbruck, Zirl – Martinsbühel. Ein Ort, der mit vielen Emotionen verbunden ist. Keine Frage. Zuletzt wurde seitens der zuständigen Soziallandesrätin Gabriele Fischer (Grüne) bekannt gegeben, dass der Bericht zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle im Jahr 2022 von der Expertenkommission vorgelegt werde.

Unabhängig von den schrecklichen Taten, die damals in dem Mädchenheim passiert sind, wird seit Jahren über eine sinnvolle Nachnutzung von Martinsbühel gerungen. Es geht nicht nur um mehrere Gebäude, sondern auch um viel Fläche, die derzeit größtenteils landwirtschaftlich verpachtet ist. Nachdem die nahegelegenen Klettergärten in der Martinswand ohnehin viele Freizeithungrige anziehen, war zunächst von einer Art Freizeitpark mit einem überdachten Kletterturm im Freien samt Gastrobetrieb die Rede. Es gab Gespräche zwischen dem Stift (das nicht abgeneigt war), dem Tourismusverband Innsbruck und der Gemeinde. Konkret wurde die Sache aber bis zuletzt nie. Jetzt will das Christoph Stock, stellvertretender Direktor des TVB-Innsbruck, wieder ändern: „Nachdem andere Projekte wegen Corona auf Eis gelegt worden sind, werden wir uns die Sache wieder anschauen und versuchen, konkreter zu werden“, sagt er.

Der TVB würde zwar nur als Vermittler agieren, könnte das Projekt aber gut vorantreiben. Das würde auch Zirls Bürgermeister Thomas Öfner gefallen: „Für Zirl wäre das natürlich super.“ Nachdem aber weder von der Gemeinde noch vom TVB Geld für eine Umsetzung fließen könne, brauche es einen Investor. Diesen müsse man erst finden, so Stock. Etwas überrascht von dem neuen Engagement zeigt sich Erzabt Korbinian Birnbacher der Benediktinerabtei St. Peter in Salzburg als Besitzer der Liegenschaft: „Es wurde zwar immer wieder über verschiedene Projekte geredet, aber irgendwann ist das Thema versandet. Die Sache wirkt chaotisch.“ Für das Stift liege die Sache auf Eis, und „wenn was kommen soll, dann nur ein gescheites und gut verantwortetes Projekt“, unterstreicht Birnbacher. Dass Martinsbühel ein sensibler Ort sei „mit viel Aufarbeitung“, müsse man nicht betonen. Generell wäre das Stift für Projekte offen, auch weil die aktuelle Verpachtung wenig gewinnbringend ist. Man müsse die Rechnung aber mit dem Wirten machen und mit dem Stift direkt reden, so Birnbacher.

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