Q4 Sportback e-tron: Audi kombiniert SUV, Coupé und Strom

Die Vier-Ringe-Marke versucht, ihre Kernkompetenzen mit den Anforderungen eines reinen Elektroantriebs aufsehenerregend zu vereinen: Ein ansprechendes Resultat ist der Entwurf Q4 Sportback e-tron.

Vom Standard-Q4-e-tron hebt sich die Sportback-Version dank einer coupéförmigen Dachlinie ab. Das Fahrzeug gilt als seriennahe Studie.
© Werk

Von Markus Höscheler

Ingolstadt – Eine Zeit lang durfte Audi-Bashing im größeren Umfang betrieben werden: Die Verwicklung in den VW-Dieselskandal, der ständige Wechsel an der Spitze der Abteilung Forschung & Entwicklung, ideenarmes Design und der holprige Start beim Einstieg in die Elektromobilität mit der Verzögerung bei der Produkteinführung des Oberklasse-SUV e-tron gaben reichlich Anlass zu Kritik. Aber: Im Hintergrund arbeiteten Techniker, Designer und (neue) Manager eifrig an neuen Produkten, die das ramponierte Image der Ingolstädter wieder heben sollten. Und beeindruckenderweise vergaß Audi nicht auf seine Stärken.

Was Audi nämlich (wieder) kann, ist nicht wenig: kraftvolles Design, traktionssicherer Allradantrieb, hohe Innenraumqualität, keine Scheu vor innovativen technischen Infotainmentlösungen, ein spielerischer Umgang mit dem Motorenportfolio. Allen Unkenrufen zum Trotz ist es Audi nämlich in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten gelungen, ein beeindruckendes SUV-Sortiment (die Q-Baureihen) aufzubauen, das Thema coupéförmige Karosserie immer wieder neu aufzugreifen und sich mutig mit dem Thema alternative Antriebe zu befassen. Wer am letztgenannten Punkt zweifelt, sollte sich vor Augen halten, dass Audi beabsichtigt, bis zum nächsten Jahr nicht weniger als sieben verschiedene rein elektrisch fahrende Modelle auf den Markt zu bringen – bereits erhältliche Produkte wie den e-tron und den e-tron Sportback eingeschlossen.

Zwei Studien, die auf dem MEB basieren: der schon bekannte Q4 e-tron und der neue Q4 Sportback e-tron (rechts).
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Wohin die Reise gehen kann, zeigt neuerdings der Q4 Sportback e-tron, noch im Gewand einer seriennahen Studie. Wie der bereits vorgestellte, eher „konservativ“ gezeichnete Q4 e-tron basiert das coupéförmige Derivat auf dem modularen Elektrifizierungs-Baukasten (MEB), der innerhalb des VW-Konzerns zunehmend Verwendung finden wird. Damit verwendet der Q4 eine andere technische Basis als der größere e-tron. Das Modell ist 4,6 Meter lang, 1,9 Meter breit und 1,6 Meter hoch; der Radstand beträgt 2,77 Meter. Zwei Elektromotoren, je einer pro Achse, treiben das Fahrzeug an – mit einer Systemleistung von 225 Kilowatt. Das reicht, um den Q4 Sportback e-tron als traktionssicheren Allradler in 6,3 Sekunden von null auf 100 km/h zu beschleunigen, bis zu 180 km/h schnell lässt sich der Audi-Stromer bewegen.

Nicht nur längsdynamisch zeigt das Kompakt-SUV seine Stärken, sondern auch im Kurvenverlauf: Eine Achslastverteilung von 50:50 signalisiert höchste Ausgewogenheit, hinzu kommt ein niedriger Schwerpunkt dank des tiefen Einbaus des schweren Stromspeichers.

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Audi gibt an, dass die jüngste Kreation dank einer großzügig bemessenen Lithium-Ionen-Batterie (mit einem Gewicht von 510 Kilogramm) eine WLTP-Reichweite von gut 450 Kilometern in Aussicht stellt. Noch mehr ist möglich, wenn der Q4 Sportback e-tron als reiner Hecktriebler auf der Straße unterwegs sein wird – diese Option wird von Audi jedenfalls mit großer Ernsthaftigkeit verfolgt. In diesem Falle sind mit einer Akku-Ladung mehr als 500 Kilometer Reichweite möglich.

Mit dem Marktstart der serienreifen Ableitung rechnet Audi im Verlauf des kommenden Jahres.


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