Frankfurt: Eine Buchmesse und noch viele Fragezeichen

Im Vorjahr hatte die Frankfurter Buchmesse rund 300.000 Besucher.
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Frankfurt – In 100 Tagen soll die Frankfurter Buchmesse beginnen. Das jedenfalls ist der Plan. Sofern die Corona-Pandemie das Vorhaben nicht durchkreuzt, wird die weltgrößte Literaturmesse von 14. bis 18. Oktober stattfinden. Kleiner als in den vergangenen Jahren und vornehmlich im virtuellen Raum, als „Corona-bedingte Sonderausgabe“, wie Buchmessendirektor Juergen Boos sagt.

Viele Fragen sind derzeit noch offen. Mit dem angedachten Gastland Kanada etwa sei man „in Gesprächen“, heißt es aus dem Messebüro. Die Verschiebung des Gastland-Auftritts auf 2021 scheint wahrscheinlich. Die Reisebeschränkungen beeinträchtigen die Veranstaltungs-Vorbereitungen ebenso wie die Anreise von Autorinnen und Autoren.

Unklar ist derzeit auch, wie viele Verlage ihre aktuellen Programme tatsächlich in Frankfurt ausstellen werden. Große Verlagshäuser wie Holtzbrinck oder Randomhouse haben schon abgesagt. Auch Diogenes wird nicht kommen. Die Entscheidung wichtiger Verlage wie Hanser oder Suhrkamp steht noch aus. Ende Mai rechnete Messe-Chef Boos damit, dass kaum mehr als ein Drittel der Vorjahres-Aussteller heuer nach Frankfurt kommen dürften. Konkretere Zahlen sollen Ende Juli folgen.

An den Besuchertagen hält die Buchmesse fest. Im Vorjahr wurden rund 300.000 Besucher gezählt. Wie viele Menschen heuer aufs Messegelände dürfen, hängt von der belegten Fläche und den dann geltenden Abstandsregeln ab. Offiziell als Großveranstaltung gilt die Messe trotz des Andrangs nicht. Solche sind bis Ende Oktober in Hessen verboten.

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Rahmenprogramm wird es geben. Die Vergabe des Deutschen Buchpreises zum Messestart etwa wird stattfinden. Allerdings als virtuelles Event.

In den vergangenen Tagen dürfte es hinter den Kulissen der Messe kräftig gekracht zu haben. Laut Recherchen der Frankfurter Rundschau plant die Frankfurter Stadtregierung, die Buchmesse ab 2021 mit der Musikmesse und anderen Veranstaltungen zu einem einwöchigen Kreativfestival nach Vorbild des US-amerikanischen Popkultur-Festivals „South by Southwest“ zusammenzufassen. Der Aufschrei über das zurückhaltend dementierte Vorhaben war groß. Laut Frankfurts Kulturdezernentin Ina Hartwig soll die Messe eigenständig bleiben. Kooperationen mit anderen Kreativbranchen seien aber zu begrüßen.

Eine für Dienstag anberaumte Pressekonferenz zu „Neuen Perspektiven für die Kultur- & Kreativwirtschaft“ wurde gestern kurzfristig abgesagt. (dpa, jole)


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