Mindestens 40 Tote bei Angriffen auf Dörfer in Mali

Bei mehreren Angriffen auf Dörfer in Mali sind in dieser Woche mindestens 40 Menschen getötet worden. Bereits am Mittwoch hätten bewaffnete Angreifer vier Dörfer attackiert, die von der Volksgruppe der Dogon bewohnt werden, teilten örtliche Verantwortliche am Freitag mit. Nach Armeeangaben wurden bei den Angriffen 31 Zivilisten getötet.

Bei einer weiteren Attacke am Donnerstag kamen demnach neun Soldaten ums Leben, zwei weitere seien verletzt worden. Bewaffnete Uniformierte seien mit Fahrzeugen in die vier Dogon-Dörfer gefahren, wo sie die Einwohner attackiert hätten, hieß es aus Behördenkreisen. Unter den Toten seien auch Frauen und Kinder, viele Menschen würden vermisst.

Die Angriffe ereigneten sich unweit des Dorfes Ogossagou, in dem es in den vergangenen Monaten immer wieder schwere Auseinandersetzungen zwischen der Volksgruppe der Fulani und den Dogon gegeben hatte. Im Februar waren in Ogossagou 31 Zivilisten getötet worden, bei einem Angriff im vergangenen Jahr sogar 160 Menschen. Bei all diesen Opfern hatte es sich um Angehörige der Fulani gehandelt.

In den vergangenen Jahren hatten sich im Zentrum Malis Konflikte zwischen den Fulani, die der Viehzucht nachgehen, und den Dogon, die Landwirtschaft betreiben, verschärft. Dies wird mit dem Erscheinen der dschihadistischen Gruppierung des Predigers Amadu Kufa in Verbindung gebracht, der vor allem unter den Fulani Kämpfer rekrutiert.

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Nach UN-Angaben wurden seit Anfang des Jahres im Zentrum Malis bereits fast 600 Zivilisten bei gewaltsamen Konflikten getötet. Der Sahel-Staat kommt seit Jahren nicht zur Ruhe. 2012 hatten mehrere überwiegend islamistische Gruppierungen die Kontrolle über den Norden Malis übernommen. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff 2013 militärisch ein. Doch trotz der Präsenz tausender internationaler Soldaten herrscht weiter Instabilität in dem westafrikanischen Land.


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