Zwei reizvolle Ziele: Vom Tuxerjoch auf die Hornspitze oder die Frauenwand

Aufs Tuxerjoch geht es in diesem Tourentipp. Und von dort aus hat man dann die Qual der Wahl: entweder auf die anspruchsvolle Hornspitze oder die leichtere Frauenwand.

Am Tuxerjoch (in Bild 1 gut erkennbar mit Speichersee) trennen sich die Wege.
© Rapp

Von Irene Rapp

Schmirn – Bereits im vergangenen Sommer ging es einmal hinauf aufs Tuxerjoch, welches das Schmirntal/Wipptal mit dem Tuxertal/Zillertal verbindet. Damals stiegen wir auf die Frauenwand, eine leichte Erhebung mit einer Höhe von 2541 Metern, genossen die Ausblicke auf das Skigebiet Hintertuxer Gletscher. Doch dazu später.

Frauenwand mit kleinem Gipfelkreuz.
© Rapp

Schon damals fiel uns eine kühne Erhebung auf, und zwar die Hornspitze: Der sich auf seiner südlichen Seite als Pyramide präsentierende Berg (2650 m) ist weithin sichtbar, die Besteigung mit leichten Kletterpassagen ein wenig anspruchsvoll, aber reizvoll. Der Abstiegsweg bei der Hornspitze ist übrigens derselbe, bei der Frauenwand kann jedoch der Abstieg zu einer schönen Rundwanderung ausgedehnt werden.

So kommt man hin: Vom Alpengasthaus Kasern in Schmirn aus geht man zunächst das lange Tal entlang – den Kaserer Winkl. Vor sich sieht man bereits die großen Berggestalten der Zillertaler Alpen wie den Kaserer, rechts rauscht der Kaserer Bach und überall grasen Kühe.

Auf dem anfangs breiten Forstweg sollte man jedoch die Augen offen halten, denn immer wieder kommen einem Mountainbiker in zum Teil recht hohem Tempo entgegen. Die Verbindung über das Tuxerjoch ist eine beliebte Transalp-Strecke, im Vorjahr wurde mit viel Aufwand aus dem alten Wandersteig ein Singletrail gemacht.

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Vom Gipfel aus sieht man auf das Skigebiet Hintertuxer Gletscher.
© Rapp

Doch zunächst geht es auf dem Forstweg dahin, bei einer Wegteilung bleibt man links und dann folgt man der guten Beschilderung links in den Wald hinauf. In zahlreichen Kehren (über 60) geht es nun auf das Tuxerjoch (2338 m, Gehzeit: ab 1,5 Stunden), doch, wie gesagt, Vorsicht: Hier sind auch Mountainbiker unterwegs.

Zunächst befindet man sich noch im Wald, dann erreicht man eine kleine Hochebene mit Bächen und jungen Murmeltieren, die noch gar nicht so scheu sind. An einem kleinen Kreuz, errichtet von der Jungbauernschaft Schmirn bzw. Tux, vorbei und dann steht man am Speichersee „Schneiteich Tuxerjoch“, wo eine Bank und eine Infotafel zum Rasten einladen.

Der Weg zur Hornspitze ist klar: Man hält sich nun wieder in nördlicher Richtung und wandert auf einem kleinen Steig, der nicht viel begangen ist, der beeindruckenden Erhebung entgegen. Zunächst ist es noch ein breiter Grasgrat, dann wird es langsam schmäler und ausgesetzter.

Im letzten Teil der Hornspitze muss man durch einen Kamin klettern.
© Rapp

Die Hornspitze sollten wirklich nur Trittsichere und Schwindelfreie besteigen, vor allem aber braucht es auch Klettererfahrung (Schwierigkeitsgrad II). Von Weitem sichtbar ist nämlich, dass der letzte Felsaufschwung mit einem Riss versehen ist: In diesem Kamin klettert man nun in wenigen Minuten dem höchsten Punkt entgegen – das Gestein ist hart, gute Tritte sind gegeben. Dann hat man das Gipfelkreuz erreicht. Dieses wurde übrigens 1986 von Peter Mader aus Kolsass errichtet, so steht es jedenfalls im Gipfelbuch.

Die Ausblicke sind ein Traum: Man sieht Richtung Süden Kleiner und Großer Kaserer, Olperer und die Gletscherwelt des Hintertuxer-Gletscher-Skigebietes. Im Westen ziehen Pflerscher Tribulaun und Habicht die Blicke auf sich. Im Norden die Tuxer Alpen. Zurück geht es dann auf demselben Weg wieder hinunter zum Alpengasthof Kasern.

Eine leichtere, ebenfalls wunderschöne Variante stellt die Tour auf die Frauenwand dar: Dazu geht man vom Speichersee am Tuxerjoch wenige Meter hinab zum Tuxerjochhaus. Von dort führt ein markierter Steig (527) in südlicher Richtung zu der Erhebung mit einem Mini-Kreuz. Der Aufstieg ist in rund einer Stunde bewältigbar und unspektakulär, am Gipfel hat man ebenso tolle Ausblicke.

Für den Abstieg wählten wir dann die Runde über das Kaserer Schartl. Dazu weiter in südlicher Richtung, diese Gegend ist gut frequentiert und man trifft immer wieder auf Bergsteiger, die zum Beispiel von der Geraer Hütte im Valsertal herübergewandert sind. Nun geht es in zahlreichen Kehren im alpinen Gelände wieder hinab in den Kaserer Winkl, von Weitem kann man schon den Ausgangspunkt erkennen. Dann auf dem bekannten Forstweg wieder retour.

Tourentipp online

Den Track für die Tour finden Sie unter https://go.tt.com/3iL6h08

Im Alpengasthof Kasern sollte man übrigens noch einkehren. Erstens, weil das Essen hervorragend ist und die Kuchenstücke gewaltig groß. Zum anderen, weil diese Einkehr eine interessante Geschichte zu bieten hat, wie Gabriela Eller erzählt. „Mein Urgroßvater ist zweimal in Alaska gewesen und hat dort nach Gold geschürft. Mit dem Geld hat er dann 1902 das Alpengasthaus Kasern gebaut.“

Johann Zingerle hieß übrigens dieser Abenteurer, der es vom hintersten Tiroler Tal zweimal über den großen Teich und wieder retour geschafft hat. Das Alpengasthaus Kasern hat täglich bis 19 Uhr geöffnet, bis 18 Uhr gibt es warme Küche. Und der Name leitet sich natürlich vom Berg am Ende des Kaserer Winkls ab.


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