Corona-Fälle in Schlachtbetrieben: Mit Screenings auf Nummer sicher gehen

Fleischverarbeiter sehen Infektionsketten geschlossen. Der Bund plant präventive Testungen. Keine zusätzlichen Maßnahmen in Tiroler Betrieben.

Beim Tann-Frischfleischproduktionsbetrieb in Wörgl gibt es keine Probleme mit Covid-19. Die Hygienestandards sind hoch.
© Spar

Linz, Stams, Imst, Wörgl – Am gestrigen Montag sind in einem weiteren fleischverarbeitenden Betrieb in Oberösterreich zwei Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Laut Krisenstab handelt es sich um ein Unternehmen aus Linz. Bisher waren insgesamt zehn Fälle in Betrieben in den Bezirken Wels-Land, Ried und Braunau bekannt gewesen.

Die drei betroffenen Unternehmen zeigten sich optimistisch, dass die Infektionsketten mittlerweile ausgeforscht seien und es zu keinen weiteren Fällen mehr kommen werde. Seitens der Firma Hubers Landhendl hieß es, es seien zwei Mitarbeiter betroffen, die allerdings im Büro tätig seien. Eine Person arbeite gar nicht mehr beim Unternehmen, die andere sei in Heimquarantäne, so ein Firmensprecher. Der Fleischverarbeiter Großfurtner mit Sitz in Utzenaich hat sich freiwillig für Screenings gemeldet. Bei diesen seien dann drei Personen am Standort St. Martin im Innkreis positiv getestet worden. Man habe im Betrieb von Beginn an strenge Maßnahmen gesetzt wie Maskenpflicht und Fieberkontrollen. Die betroffenen Mitarbeiterinnen – sie waren symptom- und fieberfrei – dürften sich demnach privat infiziert haben. In Salzburg sollen noch diese Woche die Mitarbeiter des Schlachthofs der Firma Alpenrind in Bergheim (Flachgau) präventiv auf das Coronavirus getestet werden. Schlachthöfe wurden mittlerweile in die Teststrategie des Bundes aufgenommen.

Beim zum Handelskonzern Spar gehörenden Fleischverarbeiter Tann in Marchtrenk gibt es laut Behörden fünf, laut Unternehmen vier Fälle. Die Betroffenen, die in der Verpackung arbeiten, seien seit mehr als einer Woche zu Hause, sagte eine Sprecherin. Mittlerweile seien fast alle der rund 190 Mitarbeiter am Standort getestet worden. Alle mit Ausnahme der bekannten Fälle waren negativ. Tann hat vier Werke in Österreich und nur in Oberösterreich habe es Fälle gegeben. In Wörgl seien keine besonderen Vorgaben notwendig, „weil wir bereits sehr hohe Hygienestandards haben“, so die Sprecherin. So werden zum Beispiel die Mitarbeiter desinfiziert, tragen Mund-Nasen-Masken und Schutzkleidung. Das habe man bereits vor Corona so gehandhabt. Es dürfen auch keine betriebsfremden Personen ins Werk kommen.

Frei von Corona-Fällen ist auch der Fleischhof Oberland in Imst. Geschäftsführer Georg Schuler betont, dass seit 10. März verschärfte Schutzregeln gelten. „Fremdpersonen etwa von Anlieferfirmen haben keinen Firmenzutritt mehr, es gibt keine Außendienstbesuche mehr und Mund-Nasen-Schutz ist weiterhin Pflicht“, zählt Schuler auf. Alle Mitarbeiter kämen aus der Region.

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Auch in den Lager- und Kühlhallen der Rewe in Stams gelten strenge Hygienemaßnahmen, um Covid-19-Infektionen zu vermeiden. Neben dem Tragen von Mund-Nasen-Masken werde aufs Desinfizieren und Abstandhalten auch in Pausenräumen streng geachtet, heißt es von dort auf TT-Anfrage. (APA, ad, wo)


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