Nach Bahnhofsumbau in Lienz: Anrainer befürchten Radler-Flut

Mit dem Bahnhofsumbau in Lienz werden auch die Ströme von italienischen Radlern neu gelenkt. BM Blanik verspricht gute Lösung.

Maria Lusser, Franco Ernstbrunner und Editha Höß (v. l.) stehen dem Straßenumbau vor ihren Häusern skeptisch gegenüber. Im Hintergrund die neue Brücke, die zum Bahnhofsareal führt.
© Oblasser

Von Catharina Oblasser

Lienz – Jahr für Jahr werden es mehr Radler, die die beliebte Strecke entlang der Drau hinunterfahren. Mehr als 52.000 Ausflügler waren es im Jahr 2018, und bis zu 5000 Personen sind es an Spitzentagen. Der weitaus größte Teil besteht aus Italienern, die im Südtiroler Innichen Fahrräder mieten und in Massen die etwa 40 Kilometer bis Lienz radeln. Am Bahnhof wird der Drahtesel zurückgegeben, dann geht es mit speziellen Zügen retour nach Innichen.

Das Nadelöhr der Strecke ist freilich das allerletzte Stück. Vom Ende des eigentlichen Radweges bis zum Lienzer Bahnhof spießt es sich vor allem in der Hochsaison. Nun, da der Bahnhof umgebaut wird, werden auch die Bikerströme neu gelenkt. Sie sollen den Bahnhof nicht mehr vom Norden, sondern vom Süden her erreichen. Inzwischen gibt es in diesem Bereich eine Brücke über die Drau. Sie verbindet die Tristacher Straße mit dem Bahnhofsareal.

Und das bereitet den Anrainern, die in der Nähe der neuen Brücke wohnen, große Sorgen. Vor allem deshalb, weil morgen Mittwoch eine Bauverhandlung bei der Brückenauffahrt ansteht. Laut der Ausschreibung zur Verhandlung will die Stadt dort einen Kreisverkehr errichten. Außerdem sollen an beiden Rändern der Tristacher Straße Radstreifen bzw. Gehsteige gebaut werden.

Schon zu Beginn des Bahnhofsumbaus hatten die Anrainer Unterschriften gesammelt und eine Petition an die Stadt gerichtet. Denn auf keinen Fall dürften die Radlerströme über die Tristacher Straße geleitet werden, fordern Editha Höß, Maria Lusser und Franco Ernstbrunner stellvertretend für die Anwohner. „Wir kommen dann mit dem Auto nicht mehr aus unseren Einfahrten hinaus, die Radler würden alles blockieren“, begründet Höß. „Außerdem müssten sie links abbiegen, um zum Bahnhof zu kommen. Das wäre alles viel zu gefährlich.“

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Bürgermeisterin Elisabeth Blanik beruhigt. „Die Radler werden definitiv nicht über die Tristacher Straße zum Bahnhof geleitet, sondern über die Lastenstraße“, erklärt sie. Dass die Tristacher Straße Radstreifen bekommt, habe nichts mit den italienischen Gästen zu tun, sondern gehöre zum Radwege-Konzept der Stadt Lienz.


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