Richtlinien werden überarbeitet: Mathe-Matura soll sich an Unis orientieren

Jene Personen, die die Mathe-Aufgaben erstellen, sollen regelmäßig ausgetauscht werden, kündigt Minister Faßmann an. Angleichung von AHS- und BHS-Matura.

Die vorläufigen Ergebnisse der Zentralmatura sind da: Zwischen Fächern und Bundesländern gibt es deutliche Unterschiede.
© Gruber

Wien – Die vergleichsweise vielen Fünfer in der Mathematik-Zentralmatura – vor allem an den Gymnasien (AHS) – sorgen im Bildungsministerium seit Jahren für Diskussionen. Nun will Ressortchef Heinz Faßmann (ÖVP) einige Änderungen in der Sache vornehmen. So wird eine Beratungsgruppe unter der Leitung des Mathematikers Michael Eichmair von der Uni Wien eingerichtet.

Zudem sollen jene Personen, die die Mathe-Aufgaben erdenken – so genannte Item-Writer – regelmäßig ausgetauscht werden. Der Grund: Das soll „fresh ideas“ – also frische oder neue Ideen – bringen, wie Faßmann sagt.

Das AHS-Maturakonzept soll überarbeitet werden, die Aufgaben sollen sich an den Anforderungen der Hochschulen orientieren – „damit die Item-Writer klarer wissen, was sie machen sollen“, erklärt der Minister. „Wir müssen auch über die Frage nachdenken, wie viel Technologieeinsatz es bei der Mathe-Matura geben soll/darf/wird.“

Schließlich sollen die Grundlagenteile der BHS und der AHS angeglichen werden – das bedeute aber nicht, dass es komplett gleiche Aufgaben geben werde. Mit alldem werde sofort gestartet. „Die Änderungen werden sich bis zum Haupttermin 2021 ausgehen“, sagt Faßmann. Dabei „geht es nicht um eine Verbilligung der Mathe-Matura. Wer das glaubt, der irrt“, befindet der Ressortchef.

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Das Ministerium hat die vorläufigen Ergebnisse der heurigen Zentralmatura veröffentlicht – eingerechnet in diese Werte sind die Jahresnote (heuer erstmals wegen Corona) und die Kompensationsprüfungen. Demnach haben je 99,6 Prozent der AHS- und BHS-Kandidaten die Deutsch-Matura geschafft. In Englisch haben 99,3 Prozent an der AHS keinen Fünfer, an der BHS sind es 99,4 Prozent. In Mathematik haben 97,5 Prozent der AHS-Schüler bestanden, an BHS 98,7 Prozent.

Nach Bundesländern aufgeschlüsselt sind deutliche Unterschiede zwischen den Fächern erkennbar. Die Situation an den AHS: In Tirol haben 21,9 Prozent einen Einser in Deutsch. Damit befindet sich Tirol im Mittelfeld. In Englisch haben 27,2 Prozent der Tiroler Maturaten ein „Sehr gut“ – das ist im unteren Drittel. In Mathematik schafften 7,4 Prozent der AHS-Kandidaten eine Spitzennote – das bedeutet Platz zwei.

An den Tiroler BHS sind die Einser gleichmäßiger verteilt: 15,7 Prozent in Deutsch (im unteren Drittel), 23,4 Prozent in Englisch (zweitbester Wert), 13 Prozent haben in Mathe ein „Sehr gut“ (drittbester Wert) geschafft.

Zur anderen Seite der Notenskala: 0,8 Prozent der Tiroler AHS-Kandidaten haben einen Fünfer in Deutsch stehen – nur in Vorarlberg sind es mehr. Mit demselben Prozentwert in Englisch befindet sich Tirol in dem Fach im Mittelfeld. In Mathe haben 2,7 Prozent der AHS-Maturanten einen „Fleck“ – Rang vier unter den Bundesländern. 0,5 Prozent der BHS-Maturanten haben ein „Nicht genügend“ in Deutsch (im oberen Drittel). In Englisch (Rang drei) und Mathe (niedrigster Wert nach Salzburg) haben jeweils 0,9 Prozent einen Fünfer. (sas)


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