Tiroler Versicherung baut neue Zentrale in Innsbruck

Das im Kern aus dem 19. Jahrhundert stammende Gebäude wird abgerissen und für mindestens 25 Mio. Euro neu errichtet. Baustart frühestens 2021.

Die in die Jahre gekommene Firmenzentrale der Tiroler Versicherung in der Innsbrucker Innenstadt soll einem Neubau weichen. Es werde ein „nachhaltiges Vorzeigeprojekt“ entstehen, betont die Versicherung.
© Thomas Boehm / TT

Von Max Strozzi

Innsbruck –Rund um ihr 200-Jahr-Firmenjubiläum plant die Tiroler Versicherung den Neubau ihrer Firmenzentrale in der Innsbrucker Innenstadt. Ein entsprechender Architektenwettbewerb wurde bereits Ende Februar gestartet. Der derzeitige Firmensitz, der sich über insgesamt drei Gebäude erstreckt, wird abgerissen, und auf der Grundfläche von 1823 Quadratmetern wird ein neues Gebäude mit 6 Geschoßen plus Tiefgarage errichtet. Die Bruttogeschoßfläche soll von derzeit rund 6000 Quadratmeter auf rund 7500 Quadratmeter ausgeweitet werden – auch die Innenhof-Fläche soll dabei besser genutzt werden.

„Haupttriebfeder für den Neubau sind das Alter und die Substanz des Gebäudes, erklärt Vorstand Franz Mair. Trotz diverser kleinerer Anpassungen in den vergangenen Jahren sei man jetzt an eine Grenze gestoßen. Der Personalstand stieg, das Haus sei nun kaum mehr in Büroflächen zu adaptieren. Mit der Stadt sei man bereits seit 2015 in Verhandlungen. Mindestens 25 Millionen Euro sollen nun in den Neubau fließen. Aufgrund des Corona-Lockdowns habe sich das Projekt um etwa zwei Monate verzögert, erklärt Mair. Frühester Baustart sei Ende 2021.

Die 1821 gegründete Tiroler Versicherung hat nach eigenen Angaben seit 1931 ihren Sitz in dem Gebäudekomplex in der Innsbrucker Innenstadt (Wilhelm-Greil-Straße, Gilmstraße), wo rund 200 von insgesamt 315 Beschäftigten arbeiten. 314 Quadratmeter des Bestands sind an fünf Geschäftslokale vermietet. Der Kern des Gebäudekomplexes stammt laut den Wettbewerbs-Unterlagen aus dem 19. Jahrhundert, ursprünglich als Wohnhaus. Um 1900 wurde das Hotel-Restaurant „Akademikerhaus“ errichtet, nach Bombenschäden sei es mit dem angrenzenden Wohnhaus wiederaufgebaut worden.

"Vorzeigeprojekt mit vorbildlich kleinem ökologischen Fußabdruck“

Mit dem Neubau wolle man angesichts des bauhistorisch sensiblen Umfelds und der Diskussion über klimafreundliches Bauen „ein nachhaltiges Vorzeigeprojekt mit vorbildlich kleinem ökologischen Fußabdruck“ entwickeln, geht aus den Unterlagen hervor. Es soll das Bild eines übergroßen, einheitlich durchgehenden Gebäudeblocks vermieden werden, die neuen Fassaden sollen die Struktur und den qualitätsvollen gründerzeitlichen Bestand berücksichtigen. Auch eine Rückbaubarkeit einzelner Gebäudeteile bzw. des gesamten Gebäudes soll eine wichtige Rolle spielen, eine Begrünung der Fassaden „mit tunlichst heimischer Flora“ soll „konkret überlegt“ werden. Angestrebt wird der „klimaaktiv Gold“-Standard. Auch die verwendeten Baustoffe sollen möglichst kurze Transportwege aufweisen.

Mit dem Umbau soll der gesamte Komplex durchgängig barrierefrei zugänglich gemacht werden, geht aus den Wettbewerbs-Unterlagen weiter hervor. Geplant ist auch Österreichs erster „Changing Place“ – eine barrierefreie Toi­lettenanlage samt Deckenlifter und Liege, die 24 Stunden am Tag durchgehend mittels „Eurokey“ (internationaler Schlüssel für Behindertentoi­letten) zugänglich gemacht werden soll.


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