Ende eines Schuljahrs im Zeichen von Corona, Palfrader zieht Bilanz

Bildungslandesrätin Palfrader und Bildungsdirektor Gappmaier ziehen anlässlich des Ferienbeginns eine Bilanz des heurigen Schuljahrs.

Verlassene Klassenräume, Kinder im Heimunterricht. Ab Mitte März stellte das Coronavirus die schulischen Abläufe völlig auf den Kopf.
© Rachlé

Innsbruck –Für Tirols Schülerinnen und Schüler beginnen Ende dieser Woche die großen Ferien. Die Bildungsdirektion nimmt das zum Anlass, Bilanz über ein Schuljahr zu ziehen, das zumindest in seiner zweiten Hälfte ganz im Zeichen der Corona-Pandemie gestanden ist.

Ab 16. März nämlich wurde der Unterricht von der Schule in die Wohn- und Kinderzimmer verlagert. „Innerhalb weniger Tage wurde der Fernunterricht hochgefahren, mit Kreativität und Einsatz wurden neue Wege gesucht, Lernmanagementsysteme befüllt und Schülerinnen und Schüler bzw. Eltern kontaktiert“, fasst die Präsidentin der Bildungsdirektion für Tirol, LR Beate Palfrader, die Ereignisse zusammen und räumt ein, dass dabei nicht immer alles reibungslos abgelaufen ist. „Gerade am Anfang war die Situation für alle neu. Schnell sind komplett neue Rahmenbedingungen geschaffen worden.“ Die Corona-Krise habe auch gezeigt, dass man für zukünftige Eventualitäten gerüstet sein müsse – etwa was die IT-Infrastruktur betrifft, betont Palfrader und erinnert an die Förderung des Landes, mit der einkommensschwache Familien beim Ankauf von Endgeräten unterstützt werden. In Verbindung mit dem 8-Punkte-Plan für digitalen Unterricht des Bildungsministeriums würden die Möglichkeiten eines Unterrichts an Computer und Tablets ausgebaut.

44 Schulen vorübergehend geschlossen

Zu Beginn des Fernunterrichts konnten zunächst 1654 Kinder und Jugendliche in allgemein bildenden Pflichtschulen nicht erreicht werden. Schulqualitätsmanager nahmen in der Folge mit den Schulen Kontakt auf, Schulsozialarbeit, Schulpsychologie, Beratungslehrpersonen und der Fachbereich Inklusion, Diversität und Sonderpädagogik in der Bildungsdirektion für Tirol versuchten die Familien zu kontaktieren. „Dadurch konnte die Zahl der nicht erreichbaren Schülerinnen und Schüler bis Anfang Mai auf 54 und schließlich im Juni auf eine Handvoll reduziert werden“, sagt Palfrader. Bildungsdirektor Paul Gappmaier dankt Lehrpersonen und Schulleitern dafür, dass sie auch während der Schulschließungen eine Betreuung in den Pflichtschulen und der AHS-Unterstufe gewährleistet haben.

Der erste bestätigte Corona-Fall an einer Tiroler Schule trat am 13. März bei einer Lehrperson auf. Der Großteil der insgesamt 66 Fälle entfällt auf jenen Zeitraum, in dem Fernunterricht stattfand. Schulstandorte, die für die Betreuung weiterhin geöffnet waren, wurden in diesem Fall in Rücksprache mit den Gesundheitsbehörden geschlossen. Aufgrund des Coronavirus mussten in Tirol insgesamt 44 Schulen vorübergehend geschlossen werden. Der Großteil der Schließungen geht auf Corona-Fälle bei Schülerinnen oder Schülern, Lehrpersonen, der Direktion oder dem Verwaltungspersonal zurück. Jene Standorte, die sich in den Quarantänegebieten im Paznauntal und um St. Anton am Arlberg befanden, wurden ebenfalls zeitweise geschlossen. (TT, np)


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