Disco-Fieber: Landeshauptmann Platter warnt vor Herbst

Die Landesregierung hat gestern weitere Hilfspakete zur wirtschaftlichen Abfederung der Corona-Krise in die Wege geleitet. Tirol wird zudem das Screening-Programm ausweiten.

Präsentierten weitere Corona-Hilfen und -Tests: LR Beate Palfrader, LH Günther Platter (beide VP) und LHStv. Ingrid Felipe (Grüne; v. l).
© Land Tirol

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Die Landesregierung hat gestern weitere Hilfspakete zur wirtschaftlichen Abfederung der Corona-Krise in die Wege geleitet. Wie bereits berichtet, wurde der Covid-Arbeitnehmerfonds in Kooperation mit der Arbeiterkammer adaptiert. Darüber hinaus wird nun auch der Heizkostenzuschuss um 4,2 Millionen erhöht, wie LH Günther Platter (VP) bestätigte. Pro Antrag werden nunmehr 350 Euro (plus 100 Euro) ausbezahlt. Zudem wird der Bezugsberechtigtenkreis ausgeweitet.

Die Schuldnerberatung erhält um 250.000 Euro mehr Mittel. Die für Arbeitnehmer-Agenden zuständige Landesrätin Beate Palfrader will darüber hinaus die Individualförderung für Arbeitslose in Zusammenarbeit mit dem AMS forcieren. Angedacht wird auch eine eigene Jugend-Stiftung. Weitere 2,9 Millionen Euro fließen in die Verlängerung der „Bildungskarenz Plus“, die Insolvenzstiftung des Landes wird um 1,9 Millionen Euro und für die Jahre 2020 und 2021 auf bis zu 500 Plätze aufgestockt.

„Eine Bar reicht schon für einen neuen Ausbruch aus.“

Tirol wird das Screening-Programm ausweiten, wie Platter vor versammelter Presse gestern ankündigte: „Es braucht weitere Querschnittstests.“ Auf freiwilliger Basis sollen nun auch fleischverarbeitende Betriebe, Polizeidienststellen, Asylwerber und (je bereits zum dritten Mal) Alten- und Pflegewohnheime sowie Gesundheits- und Sozialsprengel samt 24-h-Betreuerinnen getestet werden.

„Wir treffen alle Vorkehrungen, um gerüstet zu sein“, sagte Platter, der trotzdem mit Sorge in den Herbst blickt. Nämlich was größere Indoor-Events wie etwa Discos betrifft: „Eine Bar reicht schon für einen neuen Ausbruch aus.“ Hier appelliert Platter auch an die Verantwortung der Unternehmer. Platter will diese Thematik auch in Kombination mit den Öffnungszeiten im Bund diskutiert wissen und eine bundeseinheitliche Vorgehensweise für die Behörden erwirken. Einen neuerlichen Alleingang Tirols für schärfere Maßnahmen schließt Platter aber aus.

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