Chefkuratorin Helena Pereña: „Gewollt zu sein, fühlt sich gut an“

Helena Pereña verlässt freiwillig unfreiwillig das Tiroler Landesmuseum Richtung Münchner Villa Stuck. Im Gegensatz zu Innsbruck fühle sie sich in München „sehr gewollt“, als Person wie als Wissenschafterin und Ausstellungsmacherin.

Helena Pereña verlässt Innsbruck.
© K.athrin Deisenberger

Von Edith Schlocker

Innsbruck – Helena Pereña, seit 2013 Chefkuratorin der Tiroler Landesmuseen, verlässt diese Richtung München. Am ersten Oktober wird die 39-jährige Kunsthistorikerin in der renommierten Villa Stuck ihr Amt als für das Ausstellungsprogramm zuständige Kuratorin antreten.

Im Gegensatz zu Innsbruck fühle sie sich in München „sehr gewollt“, als Person wie als Wissenschafterin und Ausstellungsmacherin, und das „fühlt sich sehr gut an“, sagt die gebürtige Madrilenin, die in München studiert und 2009 mit ihrer Dissertation zum Thema „Egon Schiele: Wahrnehmung, Identität und Weltbild“ promoviert hat.

Trotz allem seien es tolle Jahre am Landesmuseum gewesen, sagt Pereña, die in den letzten Jahren einige attraktive Angebote von anderen Häusern abgelehnt hat. Die Umsetzung zahlreicher spannender Projekte habe Spaß gemacht, sie habe viel gelernt, durch die personellen Veränderungen in letzter Zeit stimme allerdings Wesentliches nicht mehr mit ihrem Profil als Chefkuratorin überein. Fehle es ihr doch zunehmend an notwendigem Gestaltungsspielraum, was die Umsetzung so mancher Ideen, die sie gerne noch umgesetzt hätte, verhindert habe.

Namen will Helena Pereña natürlich keine nennen, dass die Chemie zwischen ihr und dem neuen Museumsdirektor Peter Assmann sowie einigen der in letzter Zeit neu bestellten Sammlungsleiter nicht wirklich stimmt, wird in der Szene gemunkelt. Laut Assmann wird die Stelle eines Chefkurators/einer Chefkuratorin auch nicht nachbesetzt.

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In die 2013 auf Wunsch des Landes wie Museumsvereins neu installierte Position wurden große Hoffnungen gesetzt. Pereña sollte es schaffen, den trägen Museumsdampfer zu attraktivieren, überregional aufzufallen und letztlich die Besucherquote zu steigern. Dass der damalige Museumsdirektor Wolfgang Meighörner genauso wie die „normalen“ Kuratoren mit einer ihnen sozusagen vor die Nase gesetzten Chefkuratorin keine helle Freude hatten, ist ein offenes Geheimnis, was Pereñas Arbeit naturgemäß nicht wirklich erleichtert hat. Ging es da doch um viel Angst vor Einmischung, das Verlieren ersessener Pfründe.

Eine Situation, die Helen­a Pereña den Abschied von Innsbruck erleichtert. Um letztlich sehr zufrieden mit den von bzw. mit ihr umgesetzten Projekten zu sein. Etwa der zuletzt von ihr mitkuratierten Schau „Schönheit vor Weisheit“ oder der als großer Bilderbogen zwischen den beiden Weltkriegen angelegten Ausstellung „Egger-Lienz und Otto Dix“ im vergangenen Jahr. Ihre Idee war es auch, das „Forum Migration“ als offenen Begegnungsraum im Ferdinandeum zu installieren.


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