Tourismus in Corona-Zeiten: Hoteliers in Tirol üben jetzt besondere Vorsicht

In einigen Regionen werden wieder Masken getragen, Tirol hat seinen ersten Corona-Fall bei Gastro-Mitarbeitern. Touristiker sind in Alarmbereitschaft. Was sie tun, wie sie sich schützen.

Mitarbeiter im Kempinski Hotel Das Tirol tragen weiße Handschuhe. Sie symbolisieren Reinheit und Sauberkeit.
© Kempinski

Von Elisa Mair

Innsbruck – Alle Mitarbeiter vor der Wieder-Eröffnung am 17. Juli testen und fortlaufend Temperaturmessungen durchführen. Das war der ursprüngliche Plan des „Kempinski Hotels Das Tirol“ in Kitzbühel. Der positive Corona-Test einer Servicekraft eines Hotels in Kirchberg in Tirol am vergangenen Dienstag (und seit gestern auch eines Kochs in Innsbruck) verlange aber noch mehr Vorsicht. „Jeder Mitarbeiter wird zwei Tage vor der Eröffnung des Hotels und dann wöchentlich auf Corona getestet“, hält Gerhard Bosse, General Manager im „Das Tirol“, fest.

Gerhard Bosse (Das Tirol): „Wenn sich Mitarbeiter und Gäste an die Regeln halten, können wir optimistisch in die Zukunft schauen.“
© Das Tirol

Offiziell darf der Tourismus seit dem 29. Mai nach fast dreimonatiger Pause wieder hochfahren. Die meisten Hotels und Pensionen haben geöffnet. Seit den Grenzöffnungen am 16. Juni können auch Urlauber von außerhalb nach Österreich kommen und hier die Ferien verbringen. Das birgt die Gefahr, dass die Neuinfektionen steigen. Die Tourismus-Branche versucht das mit allen Mitteln zu vermeiden.

Die Kempinski Hotels setzen dafür den „White Glove Service“ ein. Dabei tragen Mitarbeiter der Rezeption und im Service weiße Handschuhe. Das soll Sauberkeit und Hygiene vermitteln und Mitarbeiter sowie Gast vor einer Corona-Infektion schützen. „Während wir früher verdeckt geputzt haben, ist es für den Gast jetzt sichtbar, wenn wir Handläufe, Aufzugknöpfe oder die Zimmer reinigen“, erklärt Bosse die eingeführten Schutzmaßnahmen.

Doris Szeli-Haas (Hotel Solstein): „Falls es zu einem Fall im Hotel kommen sollte, bin ich keine Person, die schnell in Panik gerät.“
© Privat

Nicht ganz so viele Schritte hat Artur Wieser in die Wege leiten müssen. Vor seiner Ferienwohnung in St. Jakob im Defereggental in Osttirol steht jetzt ein Desinfektionsmittelspender. Ein Informationsblatt klärt seine Gäste auf Englisch, Italienisch und Deutsch darüber auf, was aktuell in Österreich gilt. Es freut ihn, dass sich für den Sommer viele Stammgäste aus Deutschland und Italien angemeldet haben: „Die Buchungslage ist eigentlich so wie im letzten Jahr, vorausgesetzt, die Grenzen bleiben geöffnet.“

Im Hotel Solstein in Seefeld wird das Personal mit nächster Woche, wenn die „Arche Herzensbrücken“-Sommerwochen starten, getestet. Dann verbringen nämlich schwer erkrankte Kinder mit ihren Familien den Urlaub im Hotel. „Da die Kinder zur Risikogruppe gehören, geben wir noch mehr Acht. Personal und Betreuer werden in den fünf Wochen immer wieder getestet“, erklärt Doris Szeli-Haas, Inhaberin des Hotels. Angst vor einem Corona-Fall in ihrem Hotel habe sie nicht. An der Rezeption, vor dem Speisesaal und bei der Eingangstür stehen Desinfektionsmittelspender. Auf genügend Abstand wird Acht gegeben. „Im Hotel sind wir gut vorbereitet. Falls es doch zu einem positiven Corona-Test kommen sollte, bin ich keine Person, die schnell in Panik gerät.“

Artur Wieser (Ferienwohnung): „Die Buchungslage ist eigentlich wie im letzten Jahr, solange die Grenzen geöffnet bleiben können.“
© Privat

Trotz der neuesten Entwicklungen, wie dem ersten Corona-Fall im Service oder der zuletzt wieder eingeführten abendlichen Maskenpflicht in Kärntner Tourismus-Regionen, traut sich zumindest Manager Bosse, optimistisch in die Zukunft zu blicken, „solange Mitarbeiter und Gäste die Empfehlungen des Landes und Bundes einhalten“.

Der heimische Tourismus startet demnach trotz schwieriger Lage mit Zuversicht, vor allem aber mit Vorsicht, in die Hauptzeit der bevorstehenden Sommersaison.


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