Politstreit in Telfs eskaliert: „Pfusch“-Vorwurf gegen Gemeindevorständin

Großteil des Telfer Gemeinderats sieht „Pfusch“-Vorwürfe gegen Gemeindevorständin bestätigt. Diese wehrt sich nun gerichtlich.

„Hier geht es nur um die Diffamierung meiner Person, inszeniert von der Bürgermeisterliste", sagt Angelika Mader 
(Gemeindevorständin).
© Domanig

Telfs – Der Vorwurf, ÖVP-Gemeindevorständin Angelika Mader habe in ihrem Privathaus einen Mitarbeiter der Gemeindewerke Telfs (GWT) „pfuschen“ lassen (die TT berichtete bereits Ende Juni), lässt in der Marktgemeinde weiter die Wogen hochgehen.

Die nun vorliegende Beantwortung einer offiziellen Anfrage von GR Klaus Schuchter (Wir für Telfs, WFT) durch Gemeindewerke-Geschäftsführer Dirk Jäger bestätige den Verdacht gegen Mader, erklären die Gemeinderatsfraktionen WFT, FPÖ und Grüne sowie ÖVP-Mandatar Güven Tekcan in einer gemeinsamen Aussendung.

In der Beantwortung sei „unmissverständlich zu lesen“, dass Mader „über mehrere Monate hinweg Arbeiten durch einen Mitarbeiter der Gemeindewerke Telfs ohne offizielle Rechnungslegung durchführen ließ“, schreiben die Mandatare. Laut Angaben des Mitarbeiters hat Mader ihn gebeten, „diese Arbeiten ohne offizielle Rechnung der GWT durchzuführen“. Zudem habe sie Material im Wert von über 1000 Euro mit einem Rabatt über die GWT bezogen. Die 16 Gemeinderäte (von 21) verlangen nun Maders Rücktritt als Gemeindevorständin, zumal sie kraft dieses Amtes ja auch Eigentümervertreterin der Gemeindewerke sei – und diese durch ihr Verhalten geschädigt habe.

Mader schließt einen Rücktritt jedoch aus – und weist alle Vorwürfe weiter strikt zurück. Die Aussagen des Mitarbeiters und jene des GWT-Geschäftsführers „stimmen so nicht“. Der betreffende Mitarbeiter habe lediglich eine Reparatur durchgeführt, für die selbstverständlich eine Rechnung vorliege. Die Leitungsarbeiten in ihrem Garten habe dann hingegen ein Verwandter vorgenommen. Bereits am 2. Juli habe die Finanzpolizei eine Prüfung durchgeführt, deren Protokoll schriftlich vorliege, betont Mader – und diese habe „kein Verfahren eingeleitet“, sondern die Angelegenheit „ad acta gelegt“.

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Sie habe ordnungsgemäß und legal Materialien im Wert von ca. 1100 Euro eingekauft, so Mader weiter, ein Rabatt von zehn Prozent stehe ihr „als Gemeindemitarbeiterin zu“. Ihr Fazit, das auch die Ein-Mann-Fraktionen PZT, Bürgerliste Telfs und Telfs Neu teilen: Der Bürgermeisterfraktion „Wir für Telfs“ gehe es darum, eine kritische Mandatarin „mundtot“ zu machen. Mader spricht von „Rufschädigung“ und „Diffamierung“ – und kündigt an, noch diese Woche eine Klage gegen BM Christian Härting einzubringen. „Die haltlosen Anschuldigungen werden auf gerichtlichem Weg zu klären sein.“ (md)


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