Amtsinhaber Duda bei Präsidentenwahl in Polen knapp voran

Nach der Stichwahl um das Präsidentenamt in Polen liegt Amtsinhaber Andrzej Duda ersten Prognosen zufolge knapp voran. In nach der Schließung der Wahllokale am Sonntag um 21.00 Uhr veröffentlichten Nachwahlbefragungen des Umfrageinstituts Ipsos kam der konservative Politiker auf 50,4 Prozent und sein liberalkonservativer Herausforderer Rafal Trzaskowski auf 49,6 Prozent der Stimmen.

Damit zeichnet sich das erwartete Kopf-an-Kop-Rennen ab. Die Prognosen beruhen auf Nachwahlbefragungen in rund 500 Wahlbüros. Nach Angaben des Meinungsforschungsinstituts Ipsos haben sie eine Fehlertoleranz von zwei Prozentpunkten. Hochrechnungen gibt es in Polen nicht. Das offizielle Endergebnis wird nach Angaben der Wahlkommission frühestens am Montagabend vorliegen.

Für die regierende nationalkonservative Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) ist die Präsidentenwahl von großer Bedeutung. Ein Sieg des ihr nahestehenden Amtsinhabers Duda dürfte ihre Vormachtstellung mindestens bis zur Parlamentswahl 2023 festigen.

In der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am 28. Juni war Duda auf 43,5 Prozent der Stimmen gekommen, auf den Warschauer Bürgermeister Trzaskowski entfielen 30,4 Prozent. Trzaskowski hoffte jedoch, Wähler, die in der ersten Runde für andere Kandidaten stimmten, für sich zu gewinnen. Umfragen hatten ein Kopf-an-Kopf-Rennen in der Stichwahl vorausgesagt.

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Duda hatte im Wahlkampf auf die Verteidigung konservativer Werte gesetzt. Dabei machte der 48-Jährige auch mit Verbalattacken auf Verfechter einer vermeintlichen „LGBT-Ideologie“ Stimmung, die den Polen angeblich aufgezwungen werden solle. LGBT steht im Englischen für Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender, also Lesbisch, Schwul, Bisexuell und Transgender.

Trzaskowski warb dagegen für ein anderes Polen - mit besseren Beziehungen zur EU. Zudem unterstützt er die Einführung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften. Die Homo-Ehe und das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare lehnt aber auch er ab.


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