Noch vor Corona-Krise: Tirol punktete 2019 mit zweitstärkstem Wachstum

Nur die Steiermark hatte im Vorjahr ein größeres Wirtschaftswachstum. Von Corona-Folgen ist Tirol überdurchschnittlich betroffen.

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Der Lockdown traf Tirol und Salzburg besonders hart. Mögliche regionale Verschärfungen der Maßnahmen wirken sich auf die Wirtschaft aus.
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Wien – Im abgelaufenen Jahr hatte Tirol mit +2,2 Prozent das zweithöchste Wirtschaftswachstum in den Bundesländern. Nur in der Steiermark (+2,3 Prozent) war die Bruttowertschöpfung im Vergleich zu 2018 höher. Das ergibt eine aktuelle Schnellschätzung des Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo). Auch Salzburg (+2 Prozent) und das Burgenland (+1,8 Prozent) konnten überdurchschnittlich wachsen. Grund dafür ist laut Wifo-Experte Matthias Firgo, dass stärker export- und industrieorientierte Bundesländer wie Oberösterreich oder Vorarlberg „ein nicht mehr so günstiges konjunkturelles Umfeld wie in den vergangenen Jahren und noch im ersten Halbjahr 2019 vorgefunden haben“. Industriell geprägte Länder hatten nach 2018 beobachteten Wachstumsvorteilen ein unterdurchschnittliches Wachstum, stärker vom Dienstleistungssektor geprägte Bundesländer profitierten auch von der steigenden (privaten sowie öffentlichen) Konsumnachfrage.

Der Wifo-Ausblick auf das Jahr 2020 zeigt, dass Salzburg und Tirol wirtschaftlich überdurchschnittlich stark von der Phase des Corona-Lockdowns betroffen waren. Laut Wifo waren die Folgen für Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe sowie Kunst und Unterhaltung am stärksten – und in diesen Branchen haben die beiden Bundesländer den höchsten Anteil an Beschäftigten. Wie sich das aufs Jahreswachstum auswirkt, könne nicht endgültig abgeschätzt werden, sagt Ökonom Firgo. Zudem können eventuelle regionale Verschärfungen der Corona-Maßnahmen „gravierende Auswirkungen auf die Buchungslage“ haben. (ritz)


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