Jüngster Generalmusikdirektor: "Musik geht über die Leistung"

Der Grazer Dirigent, Pianist und Komponist Patrick Hahn, der am 17. Juli seinen 25. Geburtstag feiert, wird Generalmusikdirektor (GMD) der Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH.

Bei den Tiroler Festspielen Erl hat Patrick Hahn 2017/18 Konzerte und eine Rossini-Oper dirigiert und mit seinem Kreisler-Abend unterhalten.
© Suntory Hall

Von Ursula Strohal

Innsbruck –Mit der Spielzeit 2021/22 wird der Grazer Dirigent, Pianist und Komponist Patrick Hahn, der am 17. Juli seinen 25. Geburtstag feiert, Generalmusikdirektor (GMD) der Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH und damit jüngster GMD im deutschsprachigen Raum.

Er hat in seiner rasanten Karriere bereits international große Orchester (darunter die Wiener Symphoniker, die Philharmoniker von München und Dresden) geleitet, an Staatsopern (München, Hamburg, Budapest, Rouen) gearbeitet und als Solopianist und Liedbegleiter konzertiert. Als er 19 war, begab er sich unter dem Titel „Weil ich unmusikalisch bin“ zum Scherz unters Musikkabarett und war so erfolgreich, dass weitere Shows folgten.

Einen phänomenalen Eindruck hinterlassen

Als Pianist konzertierte Hahn mit dem Mozarteumorchester Salzburg sowie als Liedbegleiter im Wiener Musikverein. In der Spielzeit 2017/18 war er auch Solorepetitor an der Staatsoper Hamburg. In enger Zusammenarbeit mit Kirill Petrenko übernahm er 2019 die Einstudierung der Neuproduktionen von Richard Strauss’ „Salome“ und Erich Wolfgang Korngolds „Die tote Stadt“ an der Bayerischen Staatsoper. „Als Dirigent fühle ich mich am wohlsten“, sagt er.

Im Jänner dieses Jahres hinterließ er bei seinem Dirigat des Sinfonieorchesters Wuppertal „einen phänomenalen Eindruck“. Ebenso wie schon Jahre zuvor bei den Tiroler Festspielen Erl, wo nach Besuchen der Accademia di Montegral in Lucca das Ausnahmetalent des blutjungen Patrick Hahn breitgefächert eingesetzt wurde: in mehreren Symphonie- und Chorkonzerten, seinem Kreisler-Abend und im Winter 2018 in der umjubelten Rossini-Rarität „L’occasione fa il ladro“, wo der Dirigent auch höchst fantasiereich am Hammerklavier agierte.

Hahn damals im Interview mit der TT: „Sobald die Probe beginnt, ist es egal, ob man 20, 50 oder 80 ist. Wenn die Arbeit Hand und Fuß hat, wird man ernst genommen und respektiert. Die Leute merken, ob man eine Show abzieht. In der Musik geht es über die Leistung.“


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