Entscheidung „ohne Groll“: Schützen-Vize strich die Fahne

Christian Meischl will nach der verlorenen Wahl, anders als zuerst vermeldet, nicht Landeskommandant-Stv. bleiben.

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© Otter

Innsbruck – Denkbar knapp fiel Ende Juni die Wahl zum neuen Tiroler Landesschützenkommandanten aus. Der Axamer Thomas Saurer erhielt 28 Stimmen mehr als der Lanser Christian Meischl und wurde ins höchste Amt eines der größten Traditionsverbände im Land berufen. Der in der Kampfabstimmung unterlegene Meischl hätte eigentlich, so wurde es zumindest kommuniziert, seine Funktion als Kommandant-Stellvertreter weiter ausüben sollen, ist nun aber zurückgetreten. „Aus persönlichen Gründen“, wie er sagt.

Christian Meischl
© Schützenbund

Gleich am Tag nach der Wahl habe er sich beim neu gewählten Landeskommandanten Saurer gemeldet und ihm seinen Rücktritts-Wunsch mitgeteilt, erklärt Christian Meischl im Gespräch mit der TT. Neun Jahre war er zuvor Teil der Bundesleitung des Bundes der Tiroler Schützen, habe nach der verlorenen Abstimmung einen „Schlussstrich ziehen wollen. Auch weil ich das Gefühl hatte, nicht mehr in die Gruppe zu passen, die der neue Landeskommandant um sich geschart hat.“ Die Entscheidung sei allerdings „ohne Groll“ gefallen, sagt Meischl. „Ich will auch nicht, dass sich die Schützen jetzt in zwei Lager spalten.“

Verhindern möchte das auch der neue Landeskommandant Thomas Saurer. „Der Schritt von Christian Meischl ist zu akzeptieren, zu respektieren und seine erbachten Leistungen sind zu würdigen.“ Der Posten werde nicht interimistisch besetzt, Saurer spricht sich gegen eine „überstürzte Nachfolgelösung“ aus.

Thomas Saurer ging in der Wahl zum neuen Tiroler Schützenkommandanten als Sieger hervor.
© Foto Rudy De Moor

So wie er als Kommandant solle auch sein Stellvertreter basisdemokratisch gewählt werden. Am 3. Oktober soll dieser Plan dem Bundesausschuss der Tiroler Schützen vorgelegt werden. Dieser entscheidet über das Prozedere. Im besten Fall soll das Wahlergebnis bei der Bundesversammlung am 24. Oktober verkündet werden. Laut Saurer hat die Bundesleitung bei einer Sitzung am Montag beschlossen, den bisherigen Bundesgeschäftsführer Kurt Mayr als Kandidaten vorzuschlagen. Die Kompanien sollen nun darüber beraten und können auch Gegenkandidaten aufstellen. (bfk)

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